Eine kleine Wochenschau | KW15-2023 (Teil 2)

Teil 1


14. April 2023, Berlin

Besuch beim Friseur. Unglücklicherweise arbeitet meine Stammfriseurin Ayşe nicht mehr hier. Mit dem Haarschnitt, den ich das letzte Mal von einer der anderen Friseurinnen bekam, war ich nur so mittel zufrieden. Daher habe ich vor ein paar Tagen online einen Termin bei der Chefin ausgemacht, in der Hoffnung, diese beherrscht das Coiffeur-Handwerk besser als ihre Angestellten.

Als ich den Laden betrete, begrüßt mich eine junge Frau. Nachdem sie kurz auf den Computer-Bildschirm geschaut hat, erklärt sie, die Chefin käme erst später, und fragt, ob es mir etwas ausmache, wenn sie mir die Haare schneiden würde. Ich zögere ganz leicht. Um ehrlich zu sein, macht es mir etwas aus. Das möchte ich so aber nicht sagen, um ihre Gefühle nicht zu verletzen.

Außerdem kann ich mich nicht erinnern, ob es diese junge Frau war, die mir letztens die Haare zu meiner Unzufriedenheit geschnitten hatte. Die Friseurinnen in dem Laden sehen sich alle sehr ähnlich – jung, mittelgroß, mittellanges schwarzes Haar, aufwändiges Make-up – und ich habe Schwierigkeiten, sie zu unterscheiden.

Möglicherweise tue ich ihr Unrecht, was ihre friseurischen Kompetenzen angeht und sie war gar nicht für meinen letzten Haarschnitt verantwortlich. Ohnehin weiß ich gar nicht mehr so genau, was mir damals an diesem nicht so gut gefiel. Dann kann ich eigentlich nicht so wahnsinnig unzufrieden gewesen sein. Hätte sie mir versehentlich eine Tonsur verpasst, könnte ich mich bestimmt erinnern. Dann wäre es moralisch auch okay, auf den Termin mit der Chefin zu bestehen. So sage ich, das sei kein Problem und ich würde mir gerne von ihr die Haare schneiden lassen. Wenngleich eine Sekunde zu spät, um vollends glaubwürdig zu sein.

Zunächst wäscht mir die junge Frau die Haare. Sie fragt mich, ob die Wassertemperatur so gut sei. In einer Art Übersprungshandlung wegen meiner verzögerten Antwort von eben überkompensiere ich und erwidere: „Phantastisch.“

Phantastisch?!? Meine Güte, Christian, geht’s nicht eine Nummer kleiner? Das Wasser ist wohltemperiert, was das Haarewasch-Erlebnis okay, gut oder angenehm macht. Die Bezeichnung „phantastisch“ sollte dagegen für anderes, außergewöhnlicheres verwendet werden. Ein Violinkonzert von Itzhak Perlman ist zum Beispiel phantastisch. Oder ekstatischer Sex. Oder frischer Käsekuchen, der gerade aus dem Backofen kommt.

Nach dem Haarewaschen schneidet mir die junge Frau recht zügig und schweigsam die Haare. Beides weiß ich beim Friseurbesuch sehr zu schätzen. Als sie fertig ist, hält sie mir einen Spiegel an den Hinterkopf, damit ich das Ergebnis ihrer Arbeit begutachten kann. Sie will wissen, ob ich zufrieden bin. Ich habe meine Brille noch nicht wieder aufgesetzt und sehe mein Gesicht nur schemenhaft, Details meiner frisch geschnittenen Haare sehe ich gar nicht. Ich sage trotzdem: „Phantastisch!“

15. April 2023, Berlin

Heute steht der letzte lange Lauf vor dem Marathon nächste Woche an. Noch einmal 35 Kilometer. Diesmal aber ohne Marathongeschwindigkeit zum Schluss, sondern einfach in gemütlichem Tempo. So gemütlich wie dreieinhalb Stunden Laufen sein können.

Ich nutze das Training, um Trinken zu üben. Das hört sich etwas merkwürdig an. Trinken ist eigentlich eine Tätigkeit, die einen weder intellektuell noch motorisch überfordert. Zumindest wenn du älter als anderthalb bist.

Beim Laufen ist das allerdings gar nicht so einfach. Dabei musst du gleichzeitig das Trinken, Atmen, Schlucken und Rennen koordinieren. Da kannst du schon mal durcheinanderkommen. Zum Beispiel wenn du einen zu großen Schluck nimmst. Oder beim Schlucken einatmest.

Wenigstens habe ich eine Trinkflasche mit einem Trinkventil, das sicherstellt, dass das Getränk in deinem Mund ankommt. Im Gegensatz zu Bechern, die es bei den Läufen an den Verpflegungsstationen gibt. Wenn du aus denen während des Laufens trinkst, landet die Hälfte der Flüssigkeit in deinem Gesicht, dreißig Prozent auf deiner Brust und fünfzehn Prozent auf der Straße. Die restlichen fünf Prozent schüttest du versehentlich in deine Luftröhre und bekommst einen epischen Hustenanfall, der dir deine kümmerliche Restenergie entzieht, so dass du das Rennen am liebsten sofort beenden würdest.

Die Verwendung der Trinkflasche klappt heute aber ganz problemlos. Mein anderthalbjähriges Ich klatscht begeistert in die Hände.

16. April 2023, Berlin

Beim Spazierengehen komme ich in der Nachbarschaft am Büro eines Sicherheitsdienstes vorbei. Auf dem Schaufenster ist aufgedruckt, welche Dienstleistungen angeboten werden. Wachschutz, Objektschutz und Personenschutz. Außerdem etwas sachfremd Empfangs- sowie Reinigungsservices.

Richtig gut zu lesen ist das alles allerdings nicht. Irgendjemand hat einen Stein in die Schaufensterscheibe geschmissen und diese ist großflächig zersplittert. Die Tat einer Schutzgelderpresser-Bande? Oder eines rivalisierenden Sicherheitsdienstes?

Auf jeden Fall ist das zerstörte Glas keine besonders gute Werbung. Wer möchte sich schon von einem Sicherheitsdienst beschützen lassen, der nicht einmal in der Lage ist, Backsteinattacken gegen das eigene Schaufenster zu verhindern? Da würde ich eher Herrn Schwan als Wachschutz engagieren.


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Familien-Tweets und -Tröts der Woche (455)

Die DSGVO, so beliebt wie Rosinen, Rosenkohl und Kapern. Daher auch diese Woche der Hinweis: Durch die eingebetteten Tweets kann Twitter irgendetwas herausfinden, was Sie im Internet so machen. Und zwar weil ich die Tweets nicht hinter leserinnenunfreundlichen opt-in-Verfahren versteckt habe. Wenn Sie das nicht möchten, ziehen Sie am besten schnell weiter. Allen anderen viel Spaß beim Lesen.

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Wie jeden Freitag, die besten Familien-Tweets und -Tröts der Woche. Auch diesmal ist die Auswahl gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz.

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Eine kleine Wochenschau | KW14-2023

Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.


03. April 2023, Berlin

Im Juni besuchen wir die Tochter in Irland. Auf der Heimreise wollen wir noch zwei Tage in Dublin verbringen. Ich konsultiere die bekannten Hotel-Suchmaschinen und lasse mir für das zweite Juni-Wochenende Zimmer für drei Personen anzeigen. Die ersten Ergebnisse werden ausgespuckt. Irgendetwas stimmt aber nicht. Anscheinend habe ich den Filter falsch eingestellt und einen Haken gesetzt bei „Zeige mir die absolut teuersten Unterkünfte an, egal wie schäbig sie auch sein mögen.“

In dem ersten angezeigten Hotel kosten zwei Nächte 1.100 Euro. Dabei handelt es sich aber nicht um ein irisches Adlon, was den Preis erklären würde. Eher im Gegenteil. Auf den Bildern sind metallene Stockbetten zu sehen und das Interieur sieht aus wie die Kulisse eines Siechenheims in einer Charles-Dickens-Verfilmung.

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Eine kleine Wochenschau | KW14-2023 (Teil 2)

Teil 1


08. April 2023, Berlin

Der Trainingsplan kennt keinen Karsamstag – und keine Gnade. Deswegen muss ich auch heute 35 Kilometer laufen, die letzten fünfzehn davon im angestrebten Marathontempo.

Ungefähr bei Kilometer 30 komme ich an den Punkt, wo die Oberschenkel immer stärker brennen, das Atmen längst in ein Schnaufen übergegangen ist und ich frage mich, warum ich das hier eigentlich mache. Natürlich gibt es darauf keine befriedigende Antwort. Es hat keinerlei kosmische Relevanz, ob ich durch den Schlosspark renne, im Bett liege oder auf dem Sofa sitze, Netflix schaue und dabei Kuchen in mich reinstopfe.

Genauso wenig macht es mich zu einem besseren Menschen, wenn ich 42 Kilometer in einer bestimmten Zeit laufe oder überhaupt einen Marathon renne. Das wird später nicht auf meinem Grabstein festgehalten. Meine Marathonlauferei sagt höchstens aus, dass ich vollkommen stumpf bin, so dass es mir egal ist, vollkommen sinnlos stundenlang zu laufen. (Das wird später aber auch nicht auf meinem Grabstein stehen. Hoffe ich zumindest.)

Dieses existenzielle Nachdenken ist bei den langen Läufen – und beim Marathon selbst – ein ganz heikler Moment. Wenn ohnehin alles egal ist, kann ich ja auch langsamer laufen. Oder gleich stehen bleiben. Das will ich aber nicht.

Stattdessen rufe ich mir die Worte von Richard Ringer ins Bewusstsein. Der wurde letztes Jahr sensationell Europameister im Marathon. Über seinen phänomenalen Schlussspurt sagte er später: „Es tat eh alles weh, da war es dann auch schon egal.“ Ein Satz, der zugegebenermaßen in einem Rückblick auf einen europäischen Triumphlauf heroischer klingt, als auf den drei letzten Trainingskilometern, wo auch alles weh tut, dir aber noch nicht alles egal ist.

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Nachmittags sauge ich gründlich das Wohnzimmer. Zumindest so gründlich, wie es mir nach dem Dreieinhalb-Stunden-Lauf möglich ist. Aber meine Frau und ich wollen später Schokohasen und Ostereier verstecken, da soll es dort dann wenigstens einigermaßen sauber sein. Wobei sich Wollmäuse eigentlich ganz gut eignen, um darin kleinere Schokoeier verschwinden zu lassen. Aber das würde nicht mal mehr unsere mittelmäßigen Reinlichkeits- und Ordnungsstandards erfüllen.

Ich bin mir nicht sicher, ob die Kinder überhaupt noch Wert auf das Ostereiersuchen legen oder ob wir das eher für uns machen. Als Erinnerung daran, wie es war, als die Kinder noch klein waren. Egal. Mit manchen Fragen solltest du dich besser nicht weiter beschäftigen. Zumindest sofern du verdrängen willst, dass deine Kinder groß sind und du folglich alt wirst.

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Die Kinder haben bei uns nur relativ wenige Haushaltspflichten. Das liegt zum einen an den eben erwähnten mittelmäßigen Reinlichkeits- und Ordnungsstandards. Da gibt es gar nicht so viel zu tun. Zum anderen erträgt es meine Frau nicht, wenn jemand anderes die Wäsche aufhängt und dabei nicht ihre farblich ausgeklügelte Wäscheklammer-Ordnung einhält, und ich bekomme ebenfalls leichtes Augenzucken, wenn mein in vielen Jahren perfektioniertes Spülmaschinen-Einräumsystem nicht befolgt wird.

Eine essenzielle Aufgabe haben die Tochter und der Sohn aber doch. Sie müssen am Karsamstag abends immer Osterhasen spielen und bei allen Kindern im Haus vor den Türen Schokohasen und Eier verteilen. Das hat bei uns in der Hausgemeinschaft Tradition. Da sind karsamstags sehr viele Osterhasen unterwegs und es wird so viel Schoki vor die Türen gestellt, dass du Schwierigkeiten hast, auf den Treppenabsätzen durchzukommen.

Obwohl meine Frau und ich einen recht liberalen Erziehungsstil pflegen, dulden wir es unter keinen Umständen, dass sich die Kinder vor diesen Osterhasenpflichten drücken. Sonst müssten wir das nämlich selbst machen. Und dafür hast du ja Kinder. Dass du denen Aufgaben aufdrücken kannst, auf die du keine Lust hast.

Der Sohn meint trotzdem, er könne diesmal nicht, er müsse bis 22 Uhr arbeiten. Ich erwidere, wenn er fünf Stunden lang hinter der Theke Bier verteilt hätte, wüsste er ja, wie das mit der Verteilerei geht und könne dann mit den Oster-Süßigkeiten weitermachen. Er findet, seine Schwester könne das allein machen, schließlich sei sie letztes Jahr an Nikolaus und an Ostern nicht da gewesen, so dass er ohne sie durchs ganze Haus laufen musste. So wie er das sagt, klingt es, als wäre er nicht nur zwei Stockwerke hochgegangen, sondern mehrere Tage auf einer Regenwald-Expedition gewesen und dabei nur knapp mit dem Leben davongekommen.

09. April 2023, Berlin

Vor das Oster-Frühstück hat der Laufplan den Erholungslauf gesetzt. Weil es nur noch zwei Wochen bis zum Marathon sind, jedoch keine 20 Kilometer mehr, sondern nur noch fünfzehn.

Ich beschäftige mich während des Trainings mit meiner Marathon-Playlist. Die ist ganz entscheidend für einen erfolgreichen Lauf. Die Musik darf auf keinen Fall zu langsam sein. Sonst tanzt du gedanklich Stehblues und schleichst in einem Tempo über die Strecke, mit dem du jegliche Bestzeithoffnungen ziemlich schnell begraben kannst. „My heart will go on“ oder „Candle in the wind“ scheiden deswegen aus. Der Beat darf allerdings auch nicht zu schnell sein. Damit du nicht in einer Geschwindigkeit losrennst, in der du zwar auf den ersten Metern dem Duracell-Hasen Konkurrenz machst, bei Kilometer 2 aber zur Reanimation ins Sauerstoffzelt getragen werden musst. Somit dürfen „Bumerang“ von Blümchen oder Speed Metal auch nicht auf die Liste.

Einen idealen Lauf-Song habe ich vor vielen Jahren mal zufällig gefunden. Die Kinder waren damals noch im Kita-Alter. Für längere Bahnreisen hatte ich auf meinem iPod – die Mittelalten erinnern sich – eine CD des Kinderliedermachers Fredrik Vahle gespeichert. Bei einem Lauf wurde mir dann unbeabsichtigt „Der Hase Augustin“ ins Ohr geshuffelt. Ein perfektes Lied für ein flottes aber nicht zu flottes Tempo. Und gute Laune machte es auch.

Allerdings reicht ein Lied nicht für einen Marathon. Ich möchte mir nicht 75-mal anhören, dass der Hase Augustin ein Naturtalent ist und mehrfacher Landesmeister im Zickzackdauerlauf wurde. Vor allem nicht, wenn ich mich die letzten Kilometer auf dem Zahnfleisch durch Hamburg schleppe.

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Vor das Oster-Frühstück haben die Ostereier-Verstecker das Ostereier-Suchen gesetzt. Die Kinder sind mäßig enthusiastisch bei der Sache. Ungefähr mit so viel Begeisterung wie ich gestern beim Saugen des Wohnzimmers.

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Wir verbringen den Nachmittag damit, alte Videos zu schauen. Von den Kindern im Babyalter. Anscheinend dachten wir, die Nachwelt könnte an Aufnahmen in Blair-Witch-Ästhetik interessiert sein, auf denen unsere Kinder zu sehen sind, wie sie auf dem Boden liegen und versuchen sich umzudrehen. Mehr passiert da nicht. Selbst das mit dem Umdrehen klappt nicht. Das Video hat eine Länge von 20 Minuten.

Unter anderem gibt es auch eine Aufnahme von mir, wie ich mit der Tochter auf dem Arm tanze. Zu „Staying Alive“ von den Bee Gees. Ein Video, das schleunigst wieder im Giftschrank verschwinden muss.


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Familien-Tweets und -Tröts der Woche (454)

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Wissen macht: Hä? – #01 | Alles rund um Ostern (Teil 2)

Teil 1 mit Infos zu den Oster-VIPs und dem wankelmütigen Oster-Termin


3) Was geht denn da ab? Die Bedeutung der Feiertage

Palmsonntag: Eine Woche vor Ostersonntag, der damals noch nicht Ostersonntag war, ging Jesus nach Jerusalem. Dabei wollte der auf seine Außenwirkung bedachte Gottessohn nicht als angeberischer Großkotz auftreten. Daher befahl er zwei Jüngern, sie sollen in einem nahegelegenen Dorf einen Esel mitgehen lassen und falls die Besitzer Einwände hätten, sollten sie ihnen sagen: „Der Herr braucht ihn.“ Nach heutigen strafrechtlichen Maßstäben erfüllt das wahrscheinlich die Straftatbestände der Nötigung und des Diebstahls, möglicherweise sogar der räuberischen Erpressung. Deswegen ging der Tag nicht als Eselssonntag in die Kirchentradition ein.
Weil das Volk Jesus zu Ehren bei seinem Einzug nach Jerusalem Palmwedel auslegten, was damals ein großes Ding war, denn die Palme galt als heiliger Baum, entschieden sich die Kirchenoberen beim Namens-Brainstorming für Palmsonntag.

Gründonnerstag: Die Tage nach Palmsonntag vertrieb sich Jesus damit, ein wenig im Tempel zu randalieren und die Obrigkeit gegen sich aufzubringen. Der Gründonnerstag lief für Jesus dann eher suboptimal. Zunächst feierte er mit seinen Jüngern noch das letzte Abendmahl. Später wurde er von Judas verraten und von Offizieren der Tempelwache verhaftet. Mit dem Gründonnerstag beginnt das Leiden Christi. Damit Kinder dies körperlich nachempfinden können, wird an diesem Tag traditionell Spinat gegessen.

Karfreitag: Die Vorsilbe Kar- leitet sich vom althochdeutschen Wort kara ab und bedeutet so viel wie Trauer oder Wehklagen. Jesus wird dem zustimmen, denn für ihn war der Karfreitag ein richtig gebrauchter Tag. Zuerst verurteilte Pontius Pilatus ihn zum Tode und dann wurde er halbnackt mit einer Dornenkrone auf dem Kopf von römischen Soldaten durch Jerusalem getrieben. Dabei musste er das riesige Holzkreuz auf dem Buckel schleppen, an das er schließlich genagelt wurde. Da ist es nur schwer vorstellbar, dass er fröhlich gepfiffen und auf die brighte Seite des Lifes geschaut hat.

Karsamstag: Samstags war Jesus in erster Linie tot. Sonst passierte da nicht wahnsinnig viel. Als Jude musste Jesus am Schabbat ja auch strengste Ruhe halten. Das hat ihn sonst zwar auch nicht unbedingt interessiert, aber nach dem anstrengenden Karfreitag kam ihm ein Tag Siesta wahrscheinlich ganz gelegen.

Ostersonntag: Der Ostersonntag steht ganz im Zeichen der Auferstehung Jesu. Die war Gott wichtig, um zu zeigen, dass er das ewige Leben schenken kann. Jesus hätte nach der strapaziösen Kreuzigung sicherlich gerne noch ein wenig länger gechillt, aber er wurde nicht gefragt. Gott war anscheinend kein Verfechter der bedürfnisorientierten Erziehung. Nach der Auferstehung erschien Jesus als erstes Maria Magdalena. Die hielt ihn allerdings für den Gärtner und fragte, ob er möglicherweise Jesus Leichnam weggeschafft hätte. (Ups!)

Ostermontag: In der christlichen Welt ist der Ostermontag einer der höchsten Feiertage, in der säkularen Welt dient er in erster Linie dazu, die Reste des Vortages zu essen. Jesus verbrachte den Großteil des Ostermontags damit, seine Jünger davon zu überzeugen, dass er tatsächlich auferstanden war. Die waren aber ziemlich skeptisch und hielten ihn zunächst für einen Schnacker. Für Jesus war das super nervig. Da hatte er den ganzen Bums mit Dornenkrone, Kreuzschlepperei und Kreuzigung auf sich genommen und seinen Dudes jahrelang erzählt, dass er Gevatter Tod ein Schnippchen schlagen wird, und dann glaubte ihm niemand.

4) Wer macht denn so was? Die wichtigsten Sitten und Gebräuche

Hasenbraten: Traditionelles Ostergericht und eine sehr merkwürdige Form der Dankbarkeitbezeugung für die Geschenke und Süßigkeiten, die der Osterhase vorbeibringt.

Abendmahl: Letzte gemeinsame Mahlzeit von Jesus und seinen Jüngern. Dabei reichte der Gottessohn Brot und Wein als seinen Leib und sein Blut. Ein eher befremdliches Party-Spiel, aber die Jünger dachten sich: „Was soll’s, Wein ist Wein.“

Osterlamm: Das Lamm ist ein gebräuchliches Synonym für Jesus. An Ostern wird es gerne verspeist, was ungefähr so weird ist, wie beim Abendmahl den Leib Christi in Form von trockenem Brot zu sich zu nehmen.

Schokohase: Von der Süßwarenindustrie eingeführt, um die nicht verkauften Schokoweihnachtsmänner zu recyceln.

Fastenzeit: Dauert von Aschermittwoch bis Gründonnerstag (Oder Palmsonntag oder einschließlich Ostersamstag, je nachdem wie gläubig und leidensfähig du bist.) Fastende üben sich in Askese und Enthaltsamkeit, um sich auf Ostern vorzubereiten und um das Leiden Christi nachzuleben. Dazu verzichten die meisten Fastenden auf Alkohol und Süßigkeiten, was Jesus ziemlich irritiert: „Alter, geht’s noch? Ich musste mit Dornenkrone auf der Rübe halbnackt durch die Stadt latschen, wurde dabei ausgepeitscht und dann an ein Kreuz genagelt und ihr „leidet“, weil ihr euch mal für ein paar Wochen keinen Fusel reinlötet und euch ausnahmsweise nicht mit Chips und Schokolade vollstopft? Fuck you!“

Ostereier: Das Ei gilt in vielen Kulturen als Symbol des Lebens und der Fruchtbarkeit. Das aus dem Ei schlüpfende Küken soll an die Auferstehung Jesu erinnern. Das ist allerdings wenig plausibel, denn Küken werden vor dem Schlüpfvorgang nicht gekreuzigt und Jesus ist drei Tage nach seinem Ableben nicht aus einem Ei geklettert, sondern aus einer modrigen Höhle.

Eier bemalen: Schon im Mittelalter wurden Eier zu Ostern eingefärbt. Allerdings ausschließlich in rot, was an das Blut erinnern sollte, dass Jesus bei der Kreuzigung vergossen hat. Da schmeckt das Ei gleich viel besser. Inzwischen ist das Eierbemalen hauptsächlich eine Beschäftigungstherapie für Kitakinder. Weil diese das Farbempfinden von Maulwürfen und die Fingerfertigkeit von Krabben haben, sehen die Kita-Eier aus, als hätte sie jemand in Kuhfladen gewälzt, was die mittelalterlichen Bluteier in wesentlich besserem Lichte erscheinen lässt.

Verstecken und Suchen: Die Tradition des Ostereier-Versteckens soll daran erinnern, dass die Grabhöhle von Jesus nach seiner Auferstehung leer war und seine Anhänger ihn überall gesucht haben. Heutzutage soll das Ostereiersuchen in erster Linie hyperaktive Kinder an Ostersonntag bei Laune halten. Die Eltern können in Ruhe einen Kaffee trinken, während die Brut auf der Suche nach etwas Schokoladigem den Garten zerpflügt oder im Wohnzimmer sämtliche Bücher aus den Regalen reißt.

Osterfeuer: Die Tradition des Osterfeuers ist heidnischen Ursprungs und wurde von der katholischen Kirche übernommen, um die eigene Fanbase zu vergrößern und bei Laune zu halten. Das Feuer soll Christus als das Licht der Welt symbolisieren. In ländlichen Gegenden wird der Brauch des Osterfeuers bis heute gepflegt. Die Dorfgemeinschaft kommt zusammen, trinkt Bier und Schnaps und verbrennt dabei alte Möbel und Autoreifen.

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Allen, die Ostern feiern, wünsche ich ein fröhliches Osterfest und eine gesunde Verdauung. Allen anderen ein paar erholsame freie Tage und ebenfalls einen geschmeidigen Stuhlgang. (Der kann ja nie schaden.)


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Wissen macht: Hä? – #01 | Alles rund um Ostern

Herzlich willkommen zu „Wissen macht: Hä?“, meiner neuen Infotainment-Rubrik mit wenig Info und mittelmäßig viel tainment. Ich bin zwar wesentlich allgemeinungebildeter als mein akademischer Abschluss vermuten lässt, aber als Mann hindert mich das nicht daran, zukünftig regelmäßig zu erklären, was es mit den wichtigsten Jahres- und Feiertage auf sich hat, geschichtliche Ereignisse zu erläutern oder Hintergründe zum aktuellen Zeitgeschehen zu liefern. Mit zahlreichen Informationen, Fakten und Theorien, die Sie – aus gutem Grunde – sonst nirgendwo finden. Wenn Sie regelmäßig „Wissen macht: Hä?“ lesen, werden Sie wahrscheinlich nicht klüger, aber auch nicht unwissender. Vielleicht. Falls Sie Glück haben.


Ostern – das wichtigste Fest der christlichen Kirchen. Und das zweitwichtigste der Süßwarenindustrie. Aber haben Sie eine Ahnung, um was es an Ostern genau geht? Wenn Ihnen lediglich „Irgendwas mit Jesus“ einfällt, wissen Sie wenig genug, um hier etwas zu lernen. Zum Beispiel, wer die ganzen Oster-VIPs sind, warum der Oster-Termin im März und April umherwandert, was die verwirrenden Palm-, Grün- und Kartage vor Ostern bedeuten, und welche merkwürdigen Sitten und Gebräuche zu Ostern gepflegt werden. Toll!

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Eine kleine Wochenschau | KW13-2023

Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.


27. März 2023, Berlin

Aufmerksame Leser*innen erinnern sich, dass meine Frau am letzten Wochenende ihren Geldbeutel im Zug liegen gelassen hatte. Deswegen ließ sie sofort unterwegs ihre EC-Karte sperren. Die Postbank war etwas übermotiviert und hat meine Karte gleich mitgesperrt. Obwohl diese nicht im Zug oder sonstwo zurückgelassen wurde, sondern ein ganz normales EC-Karten-Leben in meinem Geldbeutel fristete.

Nun verkompliziert es den kapitalistischen Alltag sehr, wenn du keinen Zugang zu Geld hast. Daher gehe ich zu unserer Postbank-Filiale, damit meine Karte wieder entsperrt wird. Ich stelle ich mich vorsorglich auf kafkaeske und schildbürgerstreichartige Geschehnisse ein. Wahrscheinlich muss ich tagelang anstehen, ein 38-seitiges Formular ausfüllen, meine Seepferdchen-Urkunde vorlegen und ein Fläschchen mit dem Blut eines jungfräulichen Kaninchens abgeben, mit dem die Postbank-Frau in den Postbank-Keller geht, wo ein altes Hutzelweibchen eine Beschwörungsformel auf Aramäisch singt, die die Sperre meiner EC-Karte aufhebt.

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Eine kleine Wochenschau | KW13-2023 (Teil 2)

Teil 1


30. März 2023, Berlin

Gestern Abend fragte mich der Sohn, ob ich morgen mit ihm zusammen einen Anzug kaufen könnte. Ich bin etwas überrascht und frage ihn, für was er einen Anzug bräuchte. Er sei auf eine Geburtstagsparty eingeladen, erklärte er. Eine Casino-Mottoparty. So ändern sich die Zeiten. Bei uns lauteten die Mottopartys meistens „Waldhütten-Besäufnis“. (Manchmal auch „Partykeller-Besäufnis“.) Das war zwar weder originell noch stilvoll, aber zumindest mussten wir keine Anzüge tragen.

Casino finde ich als Partymotto etwas unpräzise. Für ein monegassisches Edel-Casino à la James Bond bräuchte der Sohn einen Smoking. Ich verspüre aber wenig Lust, viel Geld für einen Smoking auszugeben, den der Sohn nie wieder tragen wird. Vielleicht ist das Casino aber eher so ein leicht abgeranztes Boot-Casino wie bei Ozark. Dann könnte der Sohn kurze Hosen und ein Hawaii-Hemd tragen.

Es soll aber ein Anzug sein. Ich habe sehr große Zweifel, dass ich die richtige Kaufbegleitung bin. Zum einen trage ich selbst nur sehr selten Anzüge, zum anderen ist meine Expertise in modischen Angelegenheiten nur sehr rudimentär vorhanden. Quasi nicht existent. Trotzdem willigte ich ein. Wenn deine Kinder dich um Hilfe bitten, dann hilfst du ihnen. Egal, ob sie Mitten in der Nacht irgendwo in der Walachei abgeholt werden müssen, du sie bei der Polizei einsammeln musst, weil sie beim Kiffen im Park erwischt wurden, oder sie wollen, dass du einen Anzug mit ihnen kaufst. Außerdem kommt es nur sehr selten vor, dass ein Teenager seinen Eltern zutraut, etwas besser zu wissen als sie selbst. Einen solch raren Moment musst du als Vater unbedingt auskosten.

Ich selbst bekam meinen ersten Anzug zu meiner Konfirmation. Damals war ich dreizehneinhalb und ein spätentwickelter Milchbubi. Die Pubertät war zu diesem Zeitpunkt nicht einmal in weiter Ferne zu erahnen. Folglich sah ich in meinem Konfirmationsanzug aus wie ein Kind, das Wall-Street-Banker spielt. Dass mich der Fotograf, zu dem mich meine Eltern schleppten, um meine Konfirmation bildlich festzuhalten, aufforderte, mein Jackett „lässig“ über der Schulter zu halten, machte es nicht besser.

Später hatte ich zwei, drei Anzüge für die Arbeit. Die sind mir inzwischen viel zu weit, hängen aber immer noch im Schrank. Eigentlich könnte ich die mal weggeben, habe aber das Gefühl, dass es bei der Altkleider-Sammlung keinen Bedarf für C&A-Anzüge von 2005 gibt. Mittlerweile habe ich nur noch einen guten Anzug, den ich äußerst selten trage. (Gelobt sei das Home Office.) Je nach Jahreszeit passt er mir mal besser, mal schlechter. (Zur Weihnachtszeit tendenziell schlechter.)

Nun stehe ich bei H+M vor den Umkleiden, während der Sohn Hosen, Jacketts und Hemden anprobiert. Wir werden erstaunlich schnell fündig. Sicherheitshalber schicke ich ein Foto in unsere WhatsApp-Gruppe „Die krummbucklige Sippe“, damit der Mann meines Schwagers den Anzug absegnen kann. C. ist Flugbegleiter, kommt weit rum, ist stilsicher und hat somit mehr Kompetenz in modischen Fragen aufzuweisen als ich. (Zugegebenermaßen ist meine modische Kompetenz eine sehr, sehr niedrige Messlatte. Eher eine Kuhle.)

C. gibt seinen Segen und empfiehlt lediglich, die Hose ein wenig kürzen zu lassen. Dann sähe der Anzug eleganter aus. Da die Party schon morgen ist, werden wir das wohl erst später machen. Vielleicht auch nie.

Für mich ist der Besuch bei H+M noch aus einem anderen Grund aufschlussreich. Ich lerne, dass es Jogginghosen gibt, die wie Anzugshosen aussehen. Beziehungsweise Anzugshosen, die so bequem wie Jogginghosen sind. Wahrscheinlich wussten Sie das bereits. Ich gehe aber nur sehr, sehr selten einkaufen. Für mich war das neu. Vielleicht lege ich mir demnächst einen zweiten Anzug zu. Oder eine neue Jogginghose.

31. März 2023, Berlin

Als Test und Standortbestimmung für den Marathon Ende April laufe ich am Sonntag beim Berliner Halbmarathon mit. Um mich etwas zu schonen, sieht der Trainingsplan heute deswegen anstatt des üblichen freitäglichen 20-Kilometer-Laufs nur eine 10-Kilometer-Einheit vor. In ganz lockerem Tempo. Beim Laufen habe ich ein merkwürdiges Gefühl. Eine Mischung aus Unterforderung und schlechtem Gewissen. Möglicherweise habe ich durch das anspruchsvolle Training sado-masochistische Züge entwickelt. Oder eine Art Laufplan-Stockholm-Syndrom.

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Morgen hat meine Frau Geburtstag. Ich verbringe den Nachmittag in der Küche und backe. Ich habe in den letzten Tagen etwas recherchiert und mich pinteresten lassen. Ich plane einen mehrstöckigen Schokoladenkuchen mit einem Frosting aus Frischkäse und weißer Schokolade, der innen mit M+M gefüllt ist, die beim Aufschneiden rausfallen. Damit der Kuchen nicht zu süß wird, kommt zwischen die Schichten außer dem Frosting Himbeer-Grütze und für den „Crunch“ geröstete Mandelsplitter. (Ich habe nicht umsonst auf Netflix mehrere Staffeln „Sugar Rush“ und „Jumbo’s Just Dessert“ geschaut.)

Der Kuchen soll auch optisch etwas hergeben. Dazu plane ich eine Art „Zaun“ aus weißen und braunen Kitkats. Oben auf den Kuchen kommt ein Haufen rote und weiße M+M sowie eine Konstruktion aus einem Strohhalm, an den ich mit flüssiger Schokolade M+M kleben will und an dessen Ende eine leere M+M-Tüte befestigt werden soll, damit der Eindruck entsteht, die M+M werden gerade auf den Kuchen geschüttet. Falls mir das alles so gelingt, wie ich es mir vorstelle, wird der Kuchen fantastisch aussehen. Falls nicht, wie ein M+M-Kuchen, der mehrmals runtergefallen ist und auf den sich ein Elefant gesetzt hat.

Bevor ich mit dem Backen beginne, richte ich die Zutaten. Ich hole aus dem Kühlschrank zwei Eier und lege sie auf den selbigen. Ein mittelmäßig smarter Move. Ich wohne seit fast 25 Jahren in Berliner Altbauwohnungen und seit gut 15 Jahren in unserer jetzigen Wohnung. Da sollte ich wissen, dass die Böden in Altbauwohnungen selten eben sind. Und aus der Grundschule sollte ich wissen, dass Gegenstände, die auf unebenen Flächen liegen, ins Rutschen geraten. Wie zum Beispiel eines der Eier, das von dem Kühlschrank rollt und auf den Boden fällt. Ich rutsche auf allen vieren durch die Küche, um Eigelb, Eiweiß und Eierschalen aufzuwischen. Gerade als ich fertig bin, fällt das zweite Ei ebenfalls runter. Es ist schön in seinem eigenen Slapstick-Film zu leben.

Der Rest des Backens verläuft reibungslos. Außer dass mir die Himbeergrütze beim Kochen fast überlauft, mir eine Ladung gehackte Mandeln verbrennt und ich die heiße Pfanne kurz, aber nicht kurz genug auf der Holzarbeitsplatte abstelle, wo sie einen dunklen, schwarzen Ring hinterlässt. Aber das ist schon okay. Das verleiht der Küche ein wenig Charakter. Jetzt sieht sie nicht mehr nach 08/15-IKEA-Küchensystem aus, sondern nach einem Ort, wo schwer gearbeitet, gekocht, gebacken, geschwitzt und geflucht und ab und an mal eine heiße Pfanne versehentlich auf einer Arbeitsplatte abgestellt wird. Damit muss sich die Arbeitsplatte abfinden. Es heißt nicht umsonst: „If you can’t stand the heat, get out of the kitchen.”

01. April 2023, Berlin

Meine Frau ist nun 48. Quasi Ende 40. Ich mit meinen 47 bin dagegen Mitte, Ende 40. Eine Formulierung, die den Altersunterschied zwischen uns noch gravierender erscheinen lässt, als er ohnehin schon ist.

Darüber kann sich meine Frau mit dem Kuchen hinwegtrösten. Auch wenn Eigenlob stinkt und es mir meine innewohnende Bescheidenheit eigentlich verbietet, kann ich konstatieren, dass der Kuchen durchaus gelungen ist. Höchstens etwas mächtig. 900 Gramm Schokolade, 800 Gramm M+M, 700 Gramm Zucker, 400 Gramm Butter und 30 Kitkat stehen nicht unbedingt für eine leichte, mediterran anmutende Küche.

02. April 2023, Berlin

Halbmarathon. Die gestrige kulinarische Vorbereitung mit Schoko-M+M-Kitkat-Kuchen, Pasta mit Tomaten-Ricotta-Sauce und Parmesan, Chips und einem Gin Tonic waren nicht gänzlich optimal. Wenigstens sollten meine Kohlehydratspeicher gefüllt sein. Vielleicht ein wenig zu viel. Ich kann beim Start ein gewisses Völlegefühl nicht verleugnen.

Trotzdem reicht es mit 1:37:15 für den zweitschnellsten Halbmarathon meiner Lauf„karriere“. Die M+M in meinem Magen freuen sich mit mir. Und die Kitkat auch.


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Familien-Tweets und -Tröts der Woche (453)

Die DSGVO, so beliebt wie Rosinen, Rosenkohl und Kapern. Daher auch diese Woche der Hinweis: Durch die eingebetteten Tweets kann Twitter irgendetwas herausfinden, was Sie im Internet so machen. Und zwar weil ich die Tweets nicht hinter leserinnenunfreundlichen opt-in-Verfahren versteckt habe. Wenn Sie das nicht möchten, ziehen Sie am besten schnell weiter. Allen anderen viel Spaß beim Lesen.

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Wie jeden Freitag, die besten Familien-Tweets und -Tröts der Woche. Auch diesmal ist die Auswahl gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz.

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