Es ist Neujahr, 2 Uhr morgens. Der Rest der Familie liegt bereits im Bett, ich sitze noch in der Küche und kämpfe mit meinem letzten Glas Sekt.
Plötzlich klopft es zaghaft an der Tür. Versuche, es zu ignorieren. Um die frühe Uhrzeit macht man in der Regel nur ungern die Türe auf. Insbesondere am Neujahrsmorgen. Es klopft erneut. Schon etwas lauter. Gehe in den Flur und luge durch den Türspion. Im Treppenhaus steht eine hagere Gestalt in dunkler Kutte. Es ist der Tod. Ich öffne ihm die Tür.
„Hallo, alter Freund“, rufe ich erfreut. „Lange nicht gesehen.“ Wir nehmen uns in den Arm und drücken uns fest und lang.
„Was treibt dich in die Gegend?“, will ich wissen. „Hoffentlich nichts Dienstliches.“ Obwohl wir uns jetzt schon so lange kennen und ich ihn wirklich gerne mag, bin ich doch immer ein wenig besorgt, wenn der Tod mich besucht, denn es könnte ja sein, dass er kommt, um mich zu holen.




