Alle Teile der Saft-Fasten-Tragödie gibt es hier zu lesen.
###
Heute steht der erste Fastentag an. Beginnen müssen wir ihn wieder mit einem Sauerkrautsaft, den wir während der Fastenwoche alle zwei Tage trinken sollen. Unsere Verdauung wird es uns angeblich danken. Ob wir uns beim Sauerkrautsaft bedanken, ist eher fraglich.
Bevor wir anfangen können, den Satans-Saft zu trinken, tippt die Freundin umständlich und sehr langwierig eine SMS in ihr Telefon. Ich weiß nicht, ob ich sie dafür hassen oder lieben soll. Entscheide mich mit Blick auf die eklige Brühe in den Gläsern für letzteres.
Sauerkraut. Nicht als Saft. Leider nicht für uns.
Als sie endlich fertig ist, beginnen wir mit der Trink-Prozedur. Schauen beide voller Abscheu auf den Saft. Bin der festen Überzeugung, dass nichts eine Partnerschaft mehr zusammenschweißt als das gemeinsame Trinken von Sauerkrautsaft. Möglicherweise eskaliert so etwas aber auch schnell und unter Erst-Fastern ist die Scheidungsquote besonders hoch. Wir werden es in den nächsten Tagen herausfinden. Vielleicht sollten wir präventiv schon einmal das Sorge- und Besuchsrecht für die Kinder absprechen? Finde den Moment aber gerade unpassend, um dies zu thematisieren. Weiterlesen →
Das Unglück nahm seinen Lauf, als mir die Freundin vor einigen Tagen antwortete: „Das ist eine tolle Idee. Lass‘ uns das zusammen machen.“ Eine sehr verblüffende Äußerung, wenn man bedenkt, dass meine Frage lautete: „Was hältst du davon, wenn wir gemeinsam eine Saft-Fastenkur machen?“.
Auf die Idee kam ich, als ich auf dem Blog ‚Gedankenpoutpourri‘ den Fastenbericht von Nina und ihrem Mann Björn gelesen hatte, die sich mithilfe eines so genannten Fasten-Kastens einer Firma, die biologisch extrem wertvolle Säfte produziert, eine Woche lang nur von den selbigen Säften ernährt hatten. Die Weihnachtszeit hatte es kulinarisch sehr gut mit mir gemeint, meine sportlichen Bemühungen und die geplante Ernährungsumstellung im Januar und Februar waren dagegen durch einen Mangel an Konsequenz und Zielstrebigkeit gekennzeichnet. Daher hielt ich ein solches Fasten-Unterfangen für sehr nachahmenswert. Unsere Waage stimmte mir zu.
Essen. Unerwünscht.
Dennoch hegte ich die leise Hoffnung, dass die Freundin mir die Idee ausredet. Allerdings hatte sie nichts Besseres zu tun, als mir nicht nur enthusiastisch zuzustimmen, sondern auch noch umgehend zwei solcher Fasten-Kästen im Internet zu bestellen. Nach wenigen Tagen schleppte sie ein genervter Paketbote in unsere Wohnung und wir waren im Besitz von zwölf Flaschen Gemüsesäften. Damit stand dem Saft-Fasten nichts mehr im Wege. Leider.
Insgesamt soll das Vorhaben acht Tage dauern:
1 Entlastungstag, an dem sich der Körper auf das Fasten einstimmen soll, in dem er entwässert wird und bereits weniger Nahrung erhält,
5 Fastentage, an denen es nur Saft, Wasser sowie Kräuter- und Früchtetees gibt, und
2 Aufbautage, an denen Körper, Geist und – vor allem – Verdauung wieder an feste Nahrung herangeführt werden.
In der nächsten Woche werde ich täglich von unserem Saft-Fasten berichten: Eine Tragödie in 5 Akten!
Wie jeden Freitag, die besten Familien-Tweets der Woche. Auch diesmal ist der Auswahlprozess gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz. Viel Spaß!
Wer hat eigentlich dieses laute, vierjährige Kind in den Schlafwagen mitgebracht? Schlimm. Aber lustig, dass es mir so ähnlich sieht.
Fundstücke vom Durchstreifen der Blogosphäre. Viel Spaß beim Lesen!
Rikes Blog ‚Nieselpriem‘ feiert diese Woche seinen ersten Geburtstag und das ist ein guter Grund, ihren letzten Artikel wärmstens zu empfehlen: über ihre Metamorphose von einer Frau, der es nie schnell genug gehen konnte, zu einer Quasi-Rentnerin, die mittagsschlafabhängig und dement ist. Zum Glück hat es aber noch zum Schreiben des Beitrags gereicht!
Wache nachts schweißgebadet mit Kopf- und Gliederschmerzen auf. Schon seit ein paar Tagen schlage ich mich mit einer Grippe rum. Und damit ist bei Männern nicht zu spaßen. Die Freundin wird es Ihnen bestätigen.
Messe Fieber. 39,6°! Als ich das Thermometer mit schwacher Hand auf den Nachtisch zurücklege, zucke ich zusammen. Am Bettrand steht eine hagere Gestalt in modriger Kutte mit einer großen Sense in der Hand. Verdammt! Die ganze Woche über hatte ich der Freundin gesagt, dass mich die Grippe noch umbringen wird und sie hat immer nur abgewunken. Nun bin ich im Recht, kann es ihr aber wahrscheinlich nicht mehr sagen. Irgendwie unbefriedigend.
Der Tod. Freundlich.
Bin allerdings etwas verwirrt. Hatte ich nicht kürzlich beobachtet, wie der Tod überfahren wurde? Richte daher vorsichtig das Wort an die Gestalt an der Bettkante: „Entschuldigung, sind Sie es wieder? Der Tod?“
Die Gestalt nickt.
„Ich dachte, Sie wären tot?“, stammele ich. „Vor zwei Wochen habe ich doch mit eigenen Augen gesehen, wie Sie voll von diesem Auto erwischt wurden.“
„Das stimmt. Aber ich bin der Tod. Ich kann nicht sterben.“
„Verstehe“, erwidere ich mit verständnislosem Gesichtsausdruck.
„Sie müssen sich das wie bei ‚Und täglich grüßt das Murmeltier‘ vorstellen“, erläutert der Tod geduldig. „Egal, was passiert, am nächsten Morgen wache ich wieder auf.“
„Und Sie werden jeden Morgen von ‚I got you babe‘ von Sonny & Cher geweckt?“, erkundige ich mich besorgt.
„Gott bewahre!“ Der Tod schlägt seine dürren Hände zusammen. „Ich habe bei meinem iPod den Shuffle-Modus eingestellt. So wird jeden Morgen ein anderes Lied gespielt. Heute war es zum Beispiel ‚Stairway to heaven‘ von Led Zeppelin. Ein toller Song. Wenn der Tag so beginnt, geht mir die Arbeit viel leichter von der Hand.“ Der Tod fängt an, das Lied zu pfeifen.
„Für Ihre Kunden auf jeden Fall besser als ‚Highway to hell‘!“, werfe ich scherzhaft ein. Der Tod schaut mich fragend an. Er scheint für feinsinnigen Humor nicht besonders empfänglich zu sein.
Versuche die peinliche Stille aufzulösen. „Und Sie sind jetzt wegen mir hier? Ich hatte ja gehofft, es dauert noch ein wenig länger, bis wir uns wiedersehen. Dann hätte ich die Steuererklärung doch nicht mehr ausfüllen müssen.“
„Keine Sorge.“ Der Tod hebt beschwichtigend die Hand. „Ich hatte in der Gegend zu tun. Der alte Pasulke von schräg gegenüber. Sein Herz hat es nicht mehr mitgemacht. Jetzt habe ich kurz Zeit bis zu meinem nächsten Auftrag und dachte, weil wir das letzte Mal so nett geplaudert haben …“
Mir fällt ein Stein vom Herzen. „Sie sind selbstverständlich ein gern gesehener Gast. Zumindest so lange Sie nur auf ein Schwätzchen vorbeikommen.“ Ich lade den Tod ein, auf dem Bett Platz zu nehmen.
„Ich war schon etwas in Sorge, weil ich schon seit einer Woche an einer Männergrippe leide“, erkläre ich dem Tod. „Deswegen dachte ich, Sie seien gekommen, um mich zu holen.“
Skeptisch zieht der Tod die linke Augenbraue hoch. „Von der Männergrippe stirbt man doch nicht“, rügt er mich. „Sie sollten da Ihrer Freundin vertrauen. Die weiß Bescheid.“
Missmutig schaue ich den Tod an. Etwas versöhnlicher beugt er sich nach vorne und legt seine rechte Hand auf meine Schulter. Ein kalter Schauer läuft durch meinen Körper. Aber wenigstens das Fieber scheint sich ein wenig abzusenken. Wer den Tod im Haus hat, braucht anscheinend keine Wadenwickel. Eigentlich ganz praktisch.
„Kommen Sie, ich mache Ihnen eine heiße Zitrone mit Ingwer“, bietet der Tod an. „Die hilft Wunder und weckt sogar Tote auf. Hahahahahaha!“ Der Tod lacht sehr laut, aber wenig ansteckend über seinen mäßig lustigen Witz.
„Machen Sie nicht so einen Lärm!“, weise ich ihn flüsternd zurecht. „Die Kinder schlafen doch.“ Erschrocken hält sich der Tod die Hände vor den Mund.
Ich begleite ihn in die Küche. „Zitronen und Ingwer sind in der Schale auf dem Fensterbrett und scharfe Messer finden Sie links in der oberen Schublade“, erkläre ich und setze mich an den Küchentisch.
„Ich brauche kein Messer“, sagt der Tod und deutet vielsagend auf seine Sense.
„Das ist aber nicht besonders hygienisch, wenn Sie mit der Sense Obst schneiden, die Sie vorher dazu verwendet haben, um den alten Pasulke ins Jenseits zu befördern“, wende ich ein.
Der Tod beruhigt mich: „Die Sense kommt beim Überbringen der Todesnachricht nicht zum Einsatz. Die ist lediglich Teil meiner Corporate Identity und erhöht meinen Wiedererkennungswert. Dann gibt es keine Missverständnisse. Alles reines Marketing!“
Kurze Zeit später stellt mir der Tod eine dampfende heiße Tasse hin. Der Inhalt schmeckt fürchterlich. Zu viel Zitrone und zu viel Ingwer. Ich schätze, dass es mit dem Geschmackssinn beim Tod nicht allzu weit her ist.
Erwartungsfroh schaut mich der Tod an: „Und? Schmeckt’s?“ „Köstlich“, stoße ich hervor und befürchte, die Zitronensäure löst gerade meine Speiseröhre auf. Der Tod lächelt zufrieden.
Da fällt sein Blick auf die Uhr: „Oh, ich muss los. Habe eine Verabredung mit Leonard Nimoy. Den möchte ich nicht warten lassen.“
Ich bringe den Tod zur Tür. „Beehren Sie mich bald wieder“, rufe ich ihm hinterher.
„Sehr gerne. Dann bringe ich Kuchen mit. Käsekuchen. Das ist immer eine todsicher Wahl!“ Wieder lacht der Tod sein unmitreißendes Lachen. Einen Karrierewechsel als Stand-up-Comedian würde ich ihm nicht gerade empfehlen. Aber wenigstens hat er ein gutes Herz.
###
Alle Teile der Serie „Gespräche mit dem Tod“ gibt es hier.
Wie jeden Freitag, die besten Familien-Tweets der Woche. Auch diesmal ist der Auswahlprozess gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz. Viel Spaß!
„Papa, die CD ist dafür da, dass du nicht singst!“ Ich vermute, die Große schreibt heimlich die Sprüche für Dieter Bohlen.
Der geschätzte Sven vom ‚Zwillingswelten‘-Blog hat vor einigen Wochen die Blogparade #Daddyrules gestartet. Väter sind aufgerufen, darüber zu schreiben, was sie besonders stolz macht beziehungsweise bei was ihnen niemand das Wasser reichen kann. Das Thema klingt auf den ersten Blick leichter, als es tatsächlich ist. Ohne billig nach Komplimenten heischen zu wollen, fällt mir tatsächlich auch nach längerem Überlegen kaum etwas ein, bei dem ich mich in der Familie für unentbehrlich halte (Wer mich mal dabei beobachtet hat, wie ich mit einem Bohrer hantiere, stimmt mir sicherlich zu.).
Aber etwas gibt es doch, das mich in der Familie unverzichtbar macht: Spinnen! Das Verhältnis zu ihnen ist bei uns klassisch gegendert. Die Freundin und die Tochter haben panische Angst vor den ungeliebten Achtbeinern. Der Sohn hat lediglich eine gesunde Abneigung, aber ihm mangelt es noch an Geschicklichkeit, die Spinnen einzufangen. Daher obliegt mir das ehrenvolle familiäre Amt des Spinnenfängers. Und davon handelt die folgende Geschichte.
###
Räume nach dem Abendessen in der Küche die Spülmaschine ein, während die Freundin im Schlafzimmer bügelt. Plötzlich gellt durch die Wohnung ein schriller Schrei, gefolgt von dem Ausruf: „Spinnenalarm!“ Kurz danach erscheint die Tochter aufgeregt in der Küchentür. Atemlos erklärt sie, im Schlafzimmer befände sich eine Spinne. Mit den Händen deutet sie dabei einen Umfang an, der eher dem Ausmaß eines properen Meerschweinchens als einer durchschnittlichen westeuropäischen Spinne entspricht.
Wie jeden Freitag, die besten Familien-Tweets der Woche. Auch diesmal ist der Auswahlprozess gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz. Viel Spaß!
Ich lebe nach dem Motto, nie wütend auf den Partner ins Bett zu gehen. Aber nach 5 Wochen macht mir der Schlafentzug doch recht zu schaffen.
Holger hat auf ‚Papaganda‘ einen Beitrag veröffentlicht, in dem es um Fragen geht, die seinen Kindern häufig von Fremden gestellt bekommen. Dabei hat er dazu aufgerufen, dass andere Familien-, Mama- und Papa-Blogger auch zu dem Thema schreiben. Er möchte die Beispiele sammeln und daraus ein Plakat gestalten. Da Holger mich in seinem Aufruf namentlich erwähnt hat, komme ich seiner Aufforderung gerne nach.
Meine Kinder sind inzwischen schon 11 und 8 Jahre alt und ihnen werden inzwischen nicht mehr so viele Fragen von Fremden gestellt. Prinzipiell finde ich es auch nicht schlimm, wenn die Kinder ‚befragt‘ werden, zeugt es doch von einem gewissen wohlwollenden Interesse an Kindern von Seiten der Fragestellenden. Richtig distanzlos und übergriffig waren die Fragen, die an sie gerichtet wurden, auch fast nie. Nur häufig relativ sinnfrei.
„Hast du Hunger?“ bzw. „Schmeckt dir der/die/das [irgendein Lebensmittel]?“ – Eine dieser Fragen wurde häufig gestellt, wenn die Kinder gerade mit großer Hingabe irgendetwas gegessen haben. Das fanden sie als Antwort ausreichend.
„Bist du müde?“ – Eine Frage, die häufig kam, wenn die Kinder herzhaft gegähnt haben und somit so sinnfrei war, wie sich zu erkundigen, ob Wasser nass ist. Die Frage wurde selbstverständlich immer von den Kindern verneint.
„Spielst du Geige [an die Tochter] / Cello [an den Sohn]?“ – Auch dies Fragen, die sich nach dem Offensichtlichen erkundigen, da nicht davon auszugehen ist, dass die Kinder die Instrumente lediglich spazieren tragen.
„Gehst du schon in die Schule / den Kindergarten?“ „Macht es Spaß in der Schule / im Kindergarten?“ – Beide Fragen beantworteten die Kinder für gewöhnlich mit einem knappen genuschelten „Hm.“, um jegliche Anschlusskommunikation abzuwürgen. Gelang aber meist nur mäßig.
„Bist du Türkin?“ – Das wurde die Tochter, die dunkelbraunes Haar und sehr dunkle Augen hat, mal von einem türkischen Mann, der in unserem Haus arbeitet, auf Türkisch gefragt. Als sie verneinte, fragte er – wieder auf auf Türkisch – „Bist du Araberin?“ Auch das verneinte sie wahrheitsgemäß.
„Möchtest du ein Stück Wurst?“ – Diese Frage der Fleischfachverkäuferin bejahten Tochter und Sohn immer. Aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen wurde ich nie gefragt. #ungerecht #aufschrei
„Magst du ein Bonbon?“ – Die Frage kam von einem älteren Herrn und richtete sich an die Tochter, die in einem Tobsuchtsanfall auf dem Boden lag. Auch wenn es der Senior nicht böse gemeint hat, habe ich kurz überlegt, ihn in den Schwitzkasten zu nehmen, habe aber aus pädagogischen Gründen Abstand davon genommen.
Was sind die klassischen Fragen, die eure Kinder von Fremden gestellt bekommen? Ihr könnt gerne hier kommentieren oder bei Holger auf ‚Papaganda‘.
Fundstücke vom Durchstreifen der Blogosphäre. Viel Spaß beim Lesen!
Christine stellt auf ‚Mama arbeitet‘ eine hervorragende Idee vor, wie ein Blog trotz Verzicht auf Werbung, Affiliate Links und Ähnlichem monetarisiert werden kann: Merchandising! Das stylishe Design und die hochwertige Verarbeitung der vorgestellten Fan-Artikel können auf Anhieb überzeugen und ich sehe Christine schon vor meinem geistigen Auge wie ‚Dagobert Duck‘ in einem Zimmer voll Geld schwimmen! Es sei ihr vergönnt.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.