Jahresrückblick 2019: Don’t look back in anger (Teil 2)


Teil 1: Januar – April
Teil 3: September – Dezember


Mai

07.
Gemeinsam mit dem Sohn gehe ich auf ein Konzert des deutsch-russischen Rappers Capital Bra. Sie kennen den Typ wahrscheinlich nicht, aber er hat mehr Nr.-1-Hits als die Beatles. Stark! Seine aktuelle Single: Eine Cover-Version von „Cherry Lady“. Schlimm! Das Konzert dauert nur 65 Minuten. Toll! Es wird nur eine Zugabe gespielt. Noch toller!

16.
Die Tochter besteht ihren MSA. In Englisch macht sie gemeinsam mit ihrer Freundin die beste mündliche Prüfung der ganzen Jahrgangsstufe und bekommt 15 Punkte. Toll! Endlich zahlt sich das Netflix-Abo und ihr Binge-Watching englischsprachiger Serien im Original aus. Stark!

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen

via GIPHY

27.
Meine Frau erfährt bei ihrem alljährlichen Herz-Routine-Check, dass sie operiert werden und eine neue Herzklappe bekommen muss. Saudoof!

30.
Vatertag. Endlich sind die Kinder so groß, dass sie mir nichts Selbstgebasteltes mehr schenken. Toll! Letztes Jahr war es noch ein hastig aus Post-Ist zusammengeklebtes Gutscheinheft für „1× Spülmaschine ausräumen“, „1x Müll runter bringen“ und „1x Frühstück machen“. Dieses Jahr gab es gar nichts. Doof! (Vielleicht löse ich mal den Müll-Runterbring-Gutschein ein.)

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen

via GIPHY


Juni

12.
Entdecke auf Spotify die großartigen Songs der ebenso großartigen Band „Fortuna Ehrenfeld“. Meine Lieblings-Textzeile:

„Von deinen fifteen famous minutes
ist die vierzehnte grad rum.“

Nichts beschreibt meine derzeitige schriftstellerische Tätigkeit besser. Toll!

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen

15.
Fahre zum 25-jährigen Abi in den Westerwald. Es kommen lauter alte Menschen, die vorgeben, mit mir zur Schule gegangen zu sein. Verrückt! Trotzdem ein sehr lustiger Abend.

19.
Zeugnistag. Die Kinder haben ganz passable Noten, aber eigentlich ist das egal. Denn es gilt wie jedes Jahr: „Es ist nur ein Stück Papier mit Zahlen. (Unter Umständen vielen hohen Zahlen.)“


Juli

03.
Lesung im Stokke Sommer House im Prenzlauer Berg. Es kommen ungefähr 16 Zuhörerinnen und Zuhörer. Das sind 0,00044 Prozent aller Berliner. Oder 0,023 Wermsdorfer. Stark!

13.
Unser Urlaub auf Kreta beginnt. Endlich! Nach zwei Tagen stelle ich fest, dass ich dieses Jahr keinen Bock auf Urlaubsblog habe. Doof!

27.
Der Urlaub geht zu Ende. Wir haben viel gelacht, gebadet, gespielt, gegessen, gelesen, gechillt und uns prächtig erholt. Toll! Irgendwann habe ich angefangen, doch Tagebuch-Notizen zu machen. Stark! Ich werde nie dazu kommen, sie auszuformulieren. Doof!

29.
Geburtstag. Meinem Ausweis entnehme ich, dass ich heute 44 werde. Nun bin ich nicht mehr Anfang/Mitte 40, sondern nur noch Mitte 40. Doof! Das Haar wird unleugbar auch immer grauer. Wenigstens habe ich noch Haare auf dem Kopf. Zumindest an den allermeisten Stellen. Spitze!


August

04.
Die Sommerferien sind zu Ende. Keines der Kinder hat sich, seit wir von Kreta zurück sind, wund gelegen. Toll!

13.
Die Tochter geht jetzt in die Oberstufe und macht in zwei Jahren Abitur. (Hoffentlich!) Elternabende gibt es trotzdem noch. Doof! Die Qualität der Fragen ist auch nicht besser als in der Mittelstufe. („36 Wochenstunden sind aber ganz schön viel. Muss das sein?“) Noch doofer! Am Ende des Elternabends gibt es acht Freiwillige für das Amt des Elternvertreters bzw. der Elternvertreterin. Toll!

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen

18.
Die Familienbetrieb-Twitter-Seite hat jetzt auch 20.000 Mitleserinnen und Mitleser. Toll!

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen

via GIPHY

25.
Spotify shuffelt mir Lieder von „Simon + Jan“ in die Playliste. Meine liebste Textzeile:

„Das Leben ist ein Ponyhof,
doch leider find‘ ich Ponys doof.“

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen

Fortsetzung: September – Dezember


Jahresrückblick 2019: Don’t look back in anger


Teil 2: Mai – August
Teil 3: September – Dezember


Mein ganz persönlicher Rückblick auf das Jahr 2019 – eine Mischung aus „Album 2019 – Bilder eines Jahres“, „Menschen, Tiere, Sensationen“ und „Upps! Die Pannenshow“. Viel Spaß beim Lesen!


Januar

02.
Die Waage im Bad ist kaputt und zeigt 8 Kilo zu viel an. Doof!

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen

via GIPHY

12.
Wohnzimmer-Lesung in Wermsdorf (Sachsen). Super nette Atmosphäre. Ich lese aus der Judith und dem Flaschenvater. Es kommen ungefähr 25 Gäste, also knapp 0,5 Prozent der Wermsdorfer Bevölkerung. In Berlin wäre ich damit vor 17.000 Menschen in der Mercedes-Benz-Arena aufgetreten. Stark!

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen

via GIPHY

18.
Nächste Wohnzimmer-Lesung. Karlsruhe. Toller Abend mit sehr netten Leuten. Bin um kurz nach 3 Uhr im Hotel. Stark! Die Kopfschmerzen nach dem Aufwachen auch.

29.
Die Frau und ich sind seit 22 Jahren zusammen. Unser halbes Leben. Wir weinen vor Freude. Toll!


Weiterlesen →

Familien-Tweets der Woche (290)

Die DSGVO, so beliebt wie Schlips, Oberhemd und Socken unterm Weihnachtsbaum. Daher auch diese Woche der Hinweis: Durch die eingebetteten Tweets kann Twitter irgendetwas herausfinden, was Sie im Internet so machen. Und zwar weil ich die Tweets nicht hinter leserinnenunfreundlichen opt-in-Verfahren versteckt habe. Wenn Sie das nicht möchten, ziehen Sie am besten schnell weiter. Allen anderen viel Spaß beim Lesen.

###

Wie jeden Freitag, die besten Familien-Tweets der Woche. Auch diesmal ist die Auswahl gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen
Weiterlesen →

Beobachtungen aus dem Krankenhaus (Tag 6): Heart of Gold (3/3)

Tag 6 (1/3)
Tag 6 (2/3)


Im Zug fällt mir ein, dass ich mich nicht von dem Kioskbesitzer verabschiedet habe und fühle mich ein wenig schlecht. Er ist mir doch ans Herz gewachsen. Außerdem hat er mich in der ganzen Woche zuverlässig mit Nahrung versorgt, so dass ich keinen Hunger und Durst leiden musste. (Tatsächlich kann ich mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so etwas wie ein Hungergefühl hatte.)

Auf der weiteren Fahrt lasse ich die letzten Tage Revue passieren. Fast eine Woche bestand meine Welt aus Krankenhaus, Hotel und dem Weg zwischen Hotel und Krankenhaus. Tagsüber war ich Neben-dem-Bett-Sitzer, Flaschen-Anreicher, Essenstablett-Holer-und-Wegbringer, Nierenschalen-Halter, Kissen-Aufschüttler, Decken-Glatt-Streichler und Händchen-Halter. Nachmittags war ich der Im-Lichthof-Rumsitzer, der Durch-die-Krankenhausgänge-Herumirrer, der Kioskumsatzantreiber, der Das-Geschehen-Beobachter und der Automaten-Käsekuchen-Esser. Abends wiederum war ich eine Mischung aus Pressesprecher und Propagandaminister, der Telefonate führt und Textnachrichten verschickte, um die Familie, Freunde und Bekannte mit den neuesten medizinischen Informationen und Genesungsfortschritten zu versorgen.

In dieser Zeit habe ich keine Nachrichten verfolgt, kein Fernsehen geschaut, keine Zeitung gelesen und die sozialen Medien weitestgehend gemieden. Mein Kontakt zur Außenwelt bestand in den Telefonaten mit den Kindern, der Schwiegermutter und meinen Eltern sowie dem Austausch in der WhatsApp-Gruppe mit der krummbuckligen Sippe. Ich habe keine Ahnung, was in den letzten sechs Tagen in der Welt alles passiert ist. Robert Habeck könnte Bundeskanzler und Donald Trump impeached sein, ich wüsste nichts davon.

Ich habe quasi wie in einer Blase gelebt, in einer mir etwas fremden Welt. Ein bisschen wie in „Lost in Translation“. Nur dass ich nicht im Bademantel rumgelaufen bin. Glaube ich zumindest. Und mit den immergleichen Ritualen und Abläufen war es auch ein bisschen wie „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Nur dass mir im Krankenhaus bedauerlicherweise kein Murmeltier begegnet ist. Glaube ich zumindest.


Kurz nach halb Sieben schließe ich die Wohnungstür auf. Die Kinder kommen aus ihren Zimmern gelaufen und freuen sich, dass ich wieder da bin. Nach ausgiebiger Begrüßung und Gruppenumarmung inspiziere ich unauffällig die Wohnung. Ich will ja nicht wie ein spießiger Kontrolletti rüberkommen. Alles in allem sieht es einigermaßen ordentlich aus. Also, nicht perfekt, aber auch nicht schlimmer als sonst am Wochenende, bevor wir Großputz machen. (Womöglich sind es gar nicht die Kinder, die für den Schmutz und die Unordnung in unserer Wohnung verantwortlich sind?)

Der Kühlschrank ist fast noch genauso voll wie vor unserer Abreise. Dafür zeugen einige leere Cornflakes-Packungen im Papiermüll, was das Hauptnahrungsmittel der Kinder in den letzten Tagen war. (Die einen ernähren sich halt von Cornflakes, die anderen von Sandwiches und Automaten-Käsekuchen.)

Im Badezimmer hängt frisch gewaschene Wäsche auf dem Ständer. Sogar die Wäscheklammern sind farblich sortiert. Ich schicke meiner Frau ein Foto davon, um ihren inneren Monk zu erfreuen und als Beleg, dass wir bei der Erziehung nicht vollkommen versagt haben.

Es ist ein gutes Gefühl, dass die Kinder so vernünftig sind und die Wohnung nicht in ein „Fear and Loathing in Las Vegas“-Hotelzimmer verwandeln, wenn wir sie mal ein paar Tage alleine lassen. Vielleicht können wir das demnächst mal wiederholen. Dann aber lieber nicht für einen Krankenhausaufenthalt, sondern für einen Kurzurlaub.

Nachdem ich meinen Rucksack ausgeräumt habe, gehen wir gemeinsam essen und feiern uns ein bisschen, dass wir die Woche so bravourös gemeistert haben. Meine Frau, die stolz auf ihren Körper sein kann, der die Strapazen der OP so gut weggesteckt hat, die Kinder, die daran gewachsen sind, sich ein paar Tage selbst zu versorgen, und ich, der ich es geschafft habe, mein Lebendgewicht in Form von Sandwiches, belegten Brötchen, Schokoriegeln und Automatenkäsekuchen zu mir zu nehmen.


Abends im Bett kann ich nicht einschlafen. Meine gewohnte Umgebung ist mir ungewohnt geworden. Es fühlt sich fast ein wenig fremd an, wieder Zuhause zu sein und im eigenen Schlafzimmer zu liegen.

Schließlich schlafe ich doch ein. Im Traum sitze ich mit einem Bademantel bekleidet auf einer Bank im Krankenhaus-Lichthof. In meinem Schoß liegt ein Murmeltier, dem ich zärtlich den Kopf kraule, während ich das geschäftige Treiben beobachte. Der Kiosk-Besitzer kommt aus seinem Laden, setzt sich zu mir und legt seinen Arm um mich. Dann reicht er mir einen Automaten-Käsekuchen und sagt: „Alles ist gut.“

The End.


Die Operation meiner Frau ist schon einige Wochen her und sie hat sich prächtig erholt. Ich verneige mich in demütiger Dankbarkeit vor dem Professor und dem Operationsteam sowie den Ärztinnen und Ärzten und dem Pflegepersonal, sowohl auf der Intensiv- als auch auf der Kinderstation. Bei der ganzen Hektik und all dem Stress, die den Krankenhausbetrieb kennzeichnen, waren alle immer und ausnahmslos freundlich, umsichtig und empathisch. Sie haben alle einen großen Anteil an der schnellen Genesung meiner Frau. Vielen Dank!


Alle Folgen des Krankenhaus-Blogs:

Beobachtungen aus dem Krankenhaus (Tag 6): Heart of Gold (2/3)

Tag 6 (1/3)


Im Krankenhaus hole ich mir als erstes meinen obligatorischen Kaffee. Nicht weil ich wirklich Lust darauf habe, sondern weil der Kioskbesitzer gestern Morgen so traurig schaute, als ich an seinem Laden vorbeiging.

Während ich meine Frau begrüße, erscheint ein Stationsarzt und erklärt, ihr Kalium-Wert sei etwas zu niedrig und sie müsse aufgelöstes Kalium-Brausepulver trinken. Dabei fuchtelt er mit einem Tütchen eben dieses Brausepulvers vor ihrem Gesicht rum. Meine Frau schaut ihn angewidert an, als hätte er ihr gerade mitgeteilt, Kalium-Mangel könne nur mit einem Glas Eigen-Urin behoben werden. Schon als Kind musste sie nach den Operationen aufgelöstes Kalium trinken und hat es gehasst.

Mit finsterer Miene erklärt meine Frau, das Kaliumtrinken sei das mit Abstand Allerschlimmste an ihrem Aufenthalt hier im Krankenhaus. Eine recht bemerkenswerte Aussage, wurde ihr bei der Operation doch das Brustbein aufgesägt, die Rippen auseinandergebogen und das Herz abgestellt, um sie an die Herz-Lungen-Maschine anzuschließen. Aber ich glaube, jetzt ist gerade nicht der richtige Zeitpunkt, das mit ihr zu diskutieren. Außerdem hatte sie schon beim Ziehen der Drainagen gesagt, das sei das Allerschlimmste an der Operation. Allerdings scheint mir jetzt ebenfalls nicht der richtige Zeitpunkt zu sein, um ihr zu erklären, dass zweimal das Allerschlimmste nicht geht und sie sich schon entscheiden müsse.

Als sie mit 11 das letzte Mal operiert wurde, wollte ihr Vater sie zum Kaliumtrinken motivieren, indem er sagte, so schlimm sei das doch gar nicht, das schmecke doch wie Sprite. Seitdem hat meine Frau nie wieder Sprite getrunken! Daher verkneife ich mir die Bemerkung, sie solle sich einfach vorstellen, es sei Gin Tonic.

Schließlich hält sie sich die Nase zu und schüttet sich mit Todesverachtung das Kalium-Brausegetränk in den Hals. Somit hätte sie das überstanden. Zumindest bis morgen, bis zum nächsten Kalium-Trunk. Aber dann bin ich ja nicht mehr da!


Bei der 16-jährigen Zimmernachbarin und ihrer Mutter ist die Stimmung ein wenig frostig. Das Mädchen ist motzig, weil sie Mathe-Hausaufgaben machen muss, und ihre Mutter erlaubt ihr nicht, sich die Lösungen auf WhatsApp schicken zu lassen. Ich habe großes Verständnis für das Mädchen. Da liegst du wegen einer doofen Herzgeschichte im Krankenhaus und dann musst du dich auch noch mit Mathe rumärgern. Das ist der Genesung sicherlich nicht dienlich.

Gerne würde ich meine Hilfe anbieten, aber es handelt sich um Geometrie-Aufgaben und das war schon immer meine mathematische Achillesferse. Also, noch mehr als Stochastik und Analysis. (Was zur Hölle war das überhaupt nochmal?) Das bedauernswerte Mädchen soll mit Hilfe des Sekanten-Tangentensatzes ausrechnen, wie weit man von einem 40 Meter hohen Leuchtturm sehen kann.

Was für eine Aufgabe! Noch realitätsferner geht es wohl nicht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie dieses Wissen später niemals wird anwenden müssen. Außer sie wird Leuchtturmwärterin, dann ist das vielleicht nicht vollkommen irrelevant. Wobei sie da ja selbst auf dem Leuchtturm steht und sieht, wie weit sie sehen kann. Also, doch ein vollkommen unnützes Wissen. Um den mathematischen Generationen-Konflikt am Nachbarbett nicht zu eskalieren, schweige ich lieber.


Während ich in der Mittagspause ein belegtes Laugenbrötchen vom Kiosk esse, bekomme ich eine Nachricht der Kinder. „wann kommst du nachhause“ fragen sie unter Verzicht auf die Einhaltung gängiger Rechtschreibungs- und Interpunktionsregeln. Ich möchte mir vorstellen, dass sie das schreiben, weil sie sich vor Sehnsucht verzehren. Realistischerweise wollen sie lediglich wissen, wie lange ihnen zum Aufräumen der Wohnung bleibt.


Als ich zurück auf Station komme, strahlt mich meine Frau an. Ihr letzter Zugang wurde gezogen und sie kann endlich wieder ihre eigenen Klamotten tragen. Wenn du das verwaschene Krankenhaus-Flügelhemd erstmal gegen ein verwaschenes Band-Shirt und ausgebeulte Jogginghosen tauschen kannst, fühlst du dich gleich wie ein neuer Mensch.

Gegen 14 Uhr kommen der ältere Bruder meiner Frau und sein Mann zu Besuch. Sie bringen mehrere metallisch schimmernde Get-well-soon-Ballons mit (Greta schüttelt missbilligend den Kopf, die Zimmernachbarin schaut neidisch herüber.) und eine ebenfalls riesige Tüte, voll mit Süßigkeiten, deren Hauptzutat aus Erdnussbutter besteht, die sie von ihrer letzten USA-Reise mitgebracht haben. (Ich weiß nicht, ob ich die beiden dafür lieben oder hassen soll.) „Wer soll das denn alles essen?“, rufe ich in gespielter Verzweiflung. Da meine Frau noch nicht wieder so richtig Appetit hat, ist es eine rhetorische Frage.

Kurze Zeit später verabschiede ich mich von meiner Frau und verspreche, dass ich morgen gemeinsam mit den Kindern kommen werde.


Fortsetzung (Tag 6, 3/3)


Alle Folgen des Krankenhaus-Blogs:

Beobachtungen aus dem Krankenhaus (Tag 6): Heart of Gold (1/3)

Dass ich dieses Jahr so gut wie gar nichts gebloggt habe, ist ja kein Zustand. Kein Urlaubsblog, kein Gespräch mit dem Tod, kein Garnichts. Daher kurz vor Schluss ein retrospektiver Krankenhaus-Blog. Quasi wie Urlaub, nur ohne Urlaub.


Tag 1: Ein kaputtes Herz muss man reparieren
Tag 2: Don’t go breaking her heart
Tag 3: Her heart will go on
Tag 4: Every beat of her hear
Tag 5: Tock! Goes her heart


Samstag, 7.30 Uhr. Mein Handy-Wecker holt mich mit sphärischen Klängen aus dem Schlaf. Heute geht es zurück nach Berlin. Noch im Bett liegend, wünsche ich den Kindern per WhatsApp einen guten Morgen und schreibe, dass ich mich auf unser Wiedersehen freue. Keine Reaktion. Wie immer. Ist ja auch noch zu früh für den jugendlichen Biorhythmus. Oder sie brauchen etwas länger, um ihre Freude in Worte zu fassen.

Als nächstes muss ich mich um mein Klamottenproblem kümmern. Gestern konnte ich noch auf mein Ersatz-Polo-Shirt, meine Ersatz-Unterhose und meine Ersatz-Socken zurückgreifen. Aufgrund meiner über 40-jährigen Lebenserfahrung habe ich auf Reisen nämlich immer ein paar Back-up-Klamotten dabei. Falls beim Essen etwas schiefläuft, muss ich nicht in Food-Batik-Klamotten rumlaufen.

Meine über 40-jährige Lebenserfahrung hat aber nicht ausgereicht, mir vorzustellen, dass sich mein Aufenthalt um zwei Tage verlängern könnte. Nun habe ich nichts Frisches zum Anziehen und ziehe ich nach und nach meine bereits getragenen T-Shirts aus meinem Rucksack. Ich schnüffle an jedem von ihnen, ob wenigstens eins nicht nach brunftigem Bison-Büffel riecht. Ich komme mir vor wie bei einer bizarren Wetten-dass-Wette. („Wetten, dass Christian am Geruch seiner T-Shirts erkennt, wann er sie getragen hat, wie viele Schritte er gelaufen ist, wie viele Milliliter er geschwitzt hat, was er zum Mittagessen hatte und wie das Tier heißt, das dem Geruch am ähnlichsten ist!“) Wenigstens steht Thomas Gottschalk nicht neben mir und reißt zotige Sprüche.

T-Shirt-Geruchskategorie (Symbolbild; Originalgeruch könnte strenger sein)

Schließlich entscheide ich mich für ein T-Shirt der Kategorie „Müffelt vielleicht ein klein wenig, raubt dir aber noch nicht den Atem und treibt dir auch nicht die Tränen in die Augen.“

Weiterlesen →

Beobachtungen aus dem Krankenhaus (Tag 5): Tock! Goes her heart (3/3)

Tag 5 (1/3)
Tag 5 (2/3)


Am Nachmittag muss meine Frau zum Ultraschall. Gemeinsam gehe ich mit ihr über den Gang zum Untersuchungszimmer. Dort, wo Ernie und Bert an der Wand hängen und wo am Montag mehrere Ärztinnen versucht hatten, bei meiner Frau Blut abzunehmen. Ist das erst fünf Tage her?

Ein Arzt erwartet uns bereits. Anscheinend hat der 20-Meter-Weg von ihrem Zimmer bis in den Untersuchungsraum doch ein wenig länger gedauert. Ernie und Bert begrüßen uns freudestrahlend von der Wand und der Arzt beginnt mit der Prozedur. Gekonnt fährt er mit seiner rechten Hand den Ultraschallkopf über den Brustkorb meiner Frau, während er mit der linken Hand einen kleinen Ball auf dem Ultraschall-Gerät bewegt und irgendwelche Linien auf dem Bildschirm nachzeichnet. Ich bin voller Bewunderung. Als ich mal versucht habe mit links die Maus zu bewegen, schoss der Cursor über den Monitor wie ein Chinchilla auf Koks.

Der Herzschlag meiner Frau klingt heute ganz anders als noch Anfang der Woche. Da war es durch die durchlässige Herzklappe so eine Art Rauschen, jetzt hört es sich durch die mechanische Herzklappe wie das Tock eines sehr langsamen Metronoms an. Hätte sie eine Schweine-Klappe bekommen, würden wir jetzt vielleicht ein Grunzen hören. Der Arzt ist mit dem Herzschlag sehr zufrieden und daher behalte ich meine Grunz-Vermutung, lieber für mich.

Nach der Ultraschall-Untersuchung hole ich für meine Frau aus dem Essenswagen in der Patientenküche das Abendbrot. Sie wundert sich ein wenig, dass sie schon wieder ganz viel Blutwurstaufschnitt auf dem Teller hat. Ich möchte nicht ausschließen, dass ich das vorgestern bei der Essensliste angekreuzt habe, gebe mich aber ahnungslos. Meine Frau isst eine ganze Scheibe Brot mit Butter, ich erbarme mich der Blutwurst.


Kurz nach 20 Uhr verlasse ich das Krankenhaus und gehe in mein 80er-Jahre-Zeitreise-Hotel. Dort erwarten mich zu meiner Enttäuschung nicht Thekla-Carola-Wied und Peter Weck an der Rezeption und zu meiner noch größeren Enttäuschung auch nicht das Meerschweinchen Bommel. (Die Älteren erinnern sich.)

Dafür steht an der Hotelbar neben dem Empfang eine Gruppe von Versicherungsvertretern. Zumindest vermute ich das. Heute Morgen hatte ich gesehen, dass einer der Seminarräume des Hotels für ein Versicherungsunternehmen reserviert war, und die Männer reden alle etwas zu laut, lachen etwas zu dröhnend und sind etwas zu jovial, so dass die Schlussfolgerung Vertreter nahe liegt.

Einer der Männer wittert bei mir eine veritable Versicherungslücke, die er zu schließen gedenkt. Mit Provisions-Eurozeichen in den Augen fragt er mich, ob ich nicht einen mittrinken möchte. („Die Firma zahlt! HAHAHAHA!“). Auf der Liste meiner liebsten Abendbeschäftigungen steht „an der Hotelbar mit Versicherungsvertretern trinken“ zwischen „Zahnwurzelbehandlung“ und „sich einen stumpfen Löffel in den Oberschenkel bohren“. Mit der gebotenen Höflichkeit lehne ich ab und murmle etwas von einem langen Tag und dass ich früh ins Bett ginge.


Auf meinem Zimmer telefoniere ich mit den Kindern. Sie hätten heute früh verschlafen, erzählt der Sohn. Obwohl sie erst kurz nach sieben aufgewacht seien, also knapp fünf Minuten bevor sie normalerweise das Haus verlassen, hätten sie es aber noch pünktlich zur Schule geschafft, erklärt er mit unüberhörbarem Stolz in der Stimme. Vermutlich ging das nur durch Verzicht auf die Körper- und Zahnhygiene, aber so lange die beiden nicht im Schlafanzug in der Schule erschienen sind, soll mir das egal sein.

Die Tochter berichtet, sie hätten Pizza zum Abendessen gehabt. Aber keine Tiefkühl-Pizza oder vom Lieferdienst, sondern selbst gemacht. Mit eigenem Hefe-Teig, eigener Tomatensauce und allem, was dazu gehört. Ich freue mich, wie selbstständig die beiden sind, die Bilder, wie die Küche jetzt wohl aussieht, verdränge ich.

Anschließend rufe ich bei meiner Schwiegermutter und meinen Eltern an und erstatte in der Geschwister-WhatsApp-Gruppe Bericht. Diese ganze Informiererei ist auf Dauer ziemlich anstrengend. Vielleicht sollte ich einen YouTube-Kanal einrichten, auf dem ich jeden Abend das neueste ärztliche Bulletin vortrage. Oder rappe, um auch die junge Zielgruppe abzuholen. „Dr. C. is in da house!“ Das fetzt bestimmt total! (Und schon ist die junge Zielgruppe wieder weg.)


Kurze Zeit später gehe ich ins Bett und schlafe ziemlich schnell ein. Im Traum sitze ich im Aufenthaltsraum der Intensivstation, der voll mit Stars und Sternchen ist. Barbara Schöneberger erzählt von ihrem Stalker, Cathy Hummels beklagt sich über ihr Leben („Was für 1 Life!“) und Florian Silbereisen versucht, mit ihnen zu flirten, aber sie schütteln beide den Kopf. Eine fremde Frau fragt mich, ob ich ein Autogramm möchte. Es ist Evelyn Budecki. Ich lehne ab und esse eine Scheibe Blutwurst.

Viel Spaß beim Traumdeuten und gute Nacht!


Alle Teile des Krankenhaus-Blogs finden Sie hier:

Beobachtungen aus dem Krankenhaus (Tag 5): Tock! Goes her heart (2/3)

Tag 5 (1/3)


Als ich ins Zimmer meiner Frau zurückkomme, ist ihr Umzug auf die Normalstation im vollen Gange. Ein Arzt und eine Krankenschwester holen sie ab. Unterwegs blättert der Arzt in der Patientinnenakte und erkundigt sich nach dem Doktortitel meiner Frau.

In den letzten Tagen war mir bereits aufgefallen, dass sich die Ärztinnen und Ärzte dafür sehr und mit sichtbarer Nervosität interessieren. Sie reagieren dann immer erleichtert, wenn sie erfahren, dass meine Frau promovierte Historikerin und keine Medizinerin ist, die alles besser weiß und sich an keine ärztliche Anordnung hält.


Meine Frau liegt nun wieder auf der Kinderstation, auf der sie die erste Nacht verbracht hat. Es ist nicht einmal vier Tage her, dass sie die Station verlassen hatte und in den OP gebracht wurde. Mir kommt es vor wie eine Ewigkeit. Die Zimmernachbarin meiner Frau ist ein Mädchen von 15 oder 16 Jahren. Damit ist sie jung genug, dass ihre Mutter mit in dem Zimmer übernachten darf. Diese ist gerade dabei, ihr Klappbett in einer Ecke zu verstauen. Die Mutter und das Mädchen begrüßen uns kurz.

Dem Mädchen scheint es, abgesehen von ihrem wie auch immer gearteten Herzfehler, recht gut zu gehen. Sie sitzt auf ihrem Bett und wie bei einem ganz normalen Teenager ist ihre Hand eine symbiotische Verbindung mit ihrem Handy eingegangen. Ihr Blick ist starr auf das Display gerichtet.

Ich mache erstmal den Zivi-Butler und räume den Schrank meiner Frau ein. Außerdem lege ich Handy und Tablet auf dem Nachtschrank bereit, damit sie wieder Zugang zur Außenwelt hat. Die dazugehörigen Ladegeräte stöpsle ich in die Steckdosen über dem Kopfende des Bettes ein. (Spoiler: Dort werden wir sie in einer Woche vergessen, wenn ich meine Frau abhole.)


Vom Stationswechsel erschöpft, schläft meine Frau erst einmal eine Runde. Ich hole mir in der Zwischenzeit im Kiosk etwas zu Essen. Schließlich ist das Frühstück erst vier Stunden her und ich möchte meinen Magen nicht vom Völlegefühl entwöhnen.

Heute setze ich mich nicht zum Mittagessen in den Lichthof, sondern schlendere durch die Gänge des Krankenhauses. Zu einem gesunden Lebensstil gehört ja nicht nur eine ausgewogene Ernährung, sondern auch ausreichend Bewegung. Dementsprechend sollte ich in der Mittagspause einen Ultra-Marathon laufen.

Neben der Bibliothek gerate ich in einen Stehempfang der Zahnärztekammer Niedersachsen. Die sponsert das 17. Herbstsymposium für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie zu dem spannenden Thema „Das dentoalveoläre Trauma – eine interdisziplinäre Herausforderung“. Wie es sich für ein ordentliches Symposium gehört, gibt es ein Buffet mit Fingerfood, Kuchen, Kaffee und kalten Getränken. Auch alkoholischen. Möglicherweise sind die Organisatoren von der Attraktivität ihres eigenen Angebots nicht ganz überzeugt und wollen durch billigen und schlecht temperierten Rot- und Weißwein den Unterhaltungsfaktor der nachmittäglichen Vorträge steigern.

In den letzten Tagen habe ich in der Klinik unzählige Ankündigungen für solche Symposien und Veranstaltungen gesehen. „Praxis neu denken – Inspiration für Leitungskräfte in Gesundheitseinrichtungen“, „Gewichtsreduktion durch Hypnose“, „Infektiologisches Quiz“ oder „Irre war gestern – Pflegetag des Zentrums für seelische Gesundheit“, um nur einige zu nennen. Und immer schön mit Häppchen und Getränken. Da hätte ich mich die ganze Woche durchfuttern und eine Menge Geld sparen können. Alles was es gebraucht hätte, wären ein wenig Chuzpe, ein schlecht sitzender Anzug und ein paar auf Wikipedia angelesene Fachvokabeln für den Small Talk. Warum kommen einem die besten Ideen immer erst im Nachhinein?


Als ich aus der Mittagspause zurückkomme, ist meine Frau wach. Sie muss auf Toilette. Für Sie ist das ein – hoffentlich – ganz normaler Vorgang, für meine Frau aber etwas Besonderes. Ihren Katheter ist sie seit zwei Tagen los, aber auf der Intensivstation musste sie immer die würdelose und koordinativ gar nicht so einfache Bettpfannen-Prozedur auf sich nehmen, wenn sie musste.

Nun kann sie selbst auf Toilette gehen. Das erste Mal seit der OP. Vor drei Tagen war ihr Herz noch für mehrere Stunden abgeknipst und sie hing an der Herz-Lungen-Maschine und jetzt läuft sie schon wieder. Also, sie springt nicht gerade wie ein junges Reh durch das Zimmer, aber ich muss sie mir auch nicht über die Schulter werfen und zum Badezimmer tragen. (Das würden die Ärzte bestimmt auch nicht so gerne sehen. Von wegen frischer OP-Narbe, zu schonendem Brustkorb und so.)

Meine Frau ist noch ein wenig wackelig auf den Beinen. Ich gehe neben ihr, hake sie leicht unter und schiebe ihren Infusionsständer. Am Badezimmer angekommen, beschließe wir, dass sie alleine aufs Klo geht. Schließlich wollen wir uns den Zauber und die Erotik unserer Ehe noch ein wenig bewahren.

Ich warte aber vor der Tür, falls etwas passieren sollte. Vielleicht sollte ich mal klopfen, damit sie sich ein wenig heimisch fühlt. Wenn bei uns Zuhause die Oberschenkel die Klobrille nur für den Bruchteil einer Sekunde berühren, bollert sofort eines der Kinder gegen die Tür und gebietet Einlass, weil es super, super dringend muss. So will es das Gesetz!


Fortsetzung (Tag 5, 3/3)


Alle Folgen des Krankenhaus-Blogs:

Beobachtungen aus dem Krankenhaus (Tag 5): Tock! Goes her heart (1/3)

Dass ich dieses Jahr so gut wie gar nichts gebloggt habe, ist ja kein Zustand. Kein Urlaubsblog, kein Gespräch mit dem Tod, kein Garnichts. Daher kurz vor Schluss ein retrospektiver Krankenhaus-Blog. Quasi wie Urlaub, nur ohne Urlaub.


Tag 1: Ein kaputtes Herz muss man reparieren
Tag 2: Don’t go breaking her heart
Tag 3: Her heart will go on
Tag 4: Every beat of her heart


Freitag, 7.20 Uhr. Ich schicke den Kindern nach dem Aufstehen einen Guten-Morgen-Gruß, auf den sie nicht reagieren. Also alles im grünen Bereich Zuhause. Anschließend gehe ich zum Frühstücksraum. Wie im Foyer wurde hier viel Marmorimitat verbaut – vielleicht gab es da ein Sonderangebot – und es gibt die gleichen Messinglampen und samtbezogenen Zebra-Stühlen.

Auf den Tischen stehen große Thermoskannen mit Kaffee und kleine Tischmülleimer. Bei meinem Klassenkameraden Olaf gab es auch immer diese kleinen Tischmülleimer. Das übte als Kind eine eigenartige Faszination auf mich aus. Einerseits fand ich das ein bisschen abstoßend. Wer will schon im Angesicht eines Mülleimers frühstücken? Andererseits war es praktisch, um den eigenen Tellerrand von Eierschalen, Käserinden und Wurstpellen freizuhalten. Tischmülleimer sind eigentlich wie Darmspiegelungen. Eklig, aber gleichzeitig nützlich.

Tischmülleimer (Symbolbild; Original kann von Abbildung abweichen)
Weiterlesen →

Familien-Tweets der Woche (289)

Die DSGVO, so beliebt wie die Bon-Pflicht im deutschen Einzelhandel. Auch diese Woche der Hinweis: Durch die eingebetteten Tweets kann Twitter irgendetwas herausfinden, was Sie im Internet so machen. Und zwar weil ich die Tweets nicht hinter leserinnenunfreundlichen opt-in-Verfahren versteckt habe. Wenn Sie das nicht möchten, ziehen Sie am besten schnell weiter. Allen anderen viel Spaß beim Lesen.

###

Wie jeden Freitag, die besten Familien-Tweets der Woche. Auch diesmal ist die Auswahl gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz.

https://twitter.com/TruemmerIotte/status/1206997293116907520?s=20
Weiterlesen →