Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.
26. April 2021, Berlin
Ich beginne die Woche mit einem Besuch beim Urologen. Krebsvorsorge. Nachdem ich Zuhause losgehe, muss ich nochmal zurück, weil ich mein Handy mit der Adresse der Praxis auf dem Schreibtisch liegengelassen habe. Dann muss ich nach 200 Metern erneut umkehren, denn ich habe vergessen, eine Maske aufzusetzen. Anscheinend bin ich doch nervöser, als ich mir eingestehen will.
Als mich später der Arzt bei der Untersuchung auffordert, meine Hose runterzuziehen, tue ich dies pflichtschuldig sofort und denke nicht darüber nach, dass ich noch mitten im Raum stehe. Er bittet mich dann, ich möge doch rüber zu ihm in den Behandlungsbereich kommen, so dass ich würdelos wie eine besoffene Ente durchs Zimmer watscheln muss.
Während der Urologe meine Hoden abtastet, fragt er plötzlich etwas unvermittelt, was ich beruflich mache. Kann er an der Form und Beschaffenheit meiner Hoden erfühlen, dass ich einer überwiegend sitzenden Tätigkeit nachgehe, und will jetzt seine Vermutung bestätigt haben? Hoffentlich fragt er mich bei der Untersuchung meiner Prostata nicht nach meinem Lieblingsessen.

Nach nicht einmal zwei Minuten ist der Arzt fertig und erklärt, es sei alles in Ordnung und ich müsse erst in einem Jahr wiederkommen. Nun gut, es gibt sicherlich Schöneres, als dir von jemandem an den Hoden rumfummeln und einen Finger in den Po stecken zu lassen. Aber noch unschöner ist es, an Krebs zu sterben, weil du dir nicht einmal im Jahr von jemandem an den Hoden rumfummeln und einen Finger in den Po stecken lässt.
Also, werte Leser:innen: Wenn Sie älter als 45 sind, gehen Sie regelmäßig zur urologischen Krebsvorsorgeuntersuchung!
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Christian Hanne, Jahrgang 1975, hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Moabit, die Kinder stellen ihre Füße nur noch virtuell unter den elterlichen Tisch. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil.
Sein neues Buch „Wenn ich groß bin, werde ich Gott“ ist im November erschienen. Ebenfalls mehr als zu empfehlen sind „Hilfe, ich werde Papa! Überlebenstipps für werdende Väter“, „Ein Vater greift zur Flasche. Sagenhaftes aus der Elternzeit“ sowie „Wenn’s ein Junge wird, nennen wir ihn Judith“*. (*Affiliate-Links)







