Eine Prager Wochenschau | Tag 2 (05.01.): Essen wie die Tschechen

Wir sind kurzverreist. Nach Prag. Hier gibt es den Bericht. Nicht ganz live, aber dafür in Farbe und 8k. Falls Ihnen Ihre Lebenszeit nichts wert ist und Sie alle Prag-Beiträge lesen möchten, werden Sie hier fündig.


Mein Tag beginnt mit einem morgendlichen Lauf. Ich bin mir durchaus bewusst, dass im Städtereisen-Kurzurlaub joggen zu gehen, nicht besonders viel Identifikationspotenzial bietet. Im Gegenteil. Das wirkt überengagiert und asketisch-freudlos. Allerdings war meine Nahrungsaufnahme in der Weihnachtszeit stark unterdiszipliniert – dafür aber hedonistisch-freudvoll. Somit ist der Frühsport kein Ausdruck von falschem Ehrgeiz, sondern schlicht dringend geboten.

(Der zwickende Hosenbund nickt, der Hüftspeck lacht und singt: „Wir sind gekommen, um zu bleiben.“)

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Eine Prager Wochenschau | Tag 1 (04.01.): So weit die Füße tragen (Teil 2)

Teil 1


Wir erreichen die Karlsbrücke, eines der Wahrzeichen von Prag. Sie führt über die Moldau und führt von der Altstadt in Richtung Prager Burg. Auf dem Brückengeländer stehen links und rechts zahlreiche imposante Heiligenstatuen. Ein beliebtes Fotomotiv für Tourst*innen und somit auch für mich.

Die Brücke ist ein vielversprechender Arbeitsplatz für Straßenkünstler, die Karikaturen von zahlungswilligen Tourist*innen anfertigen. Ich frage mich, wieviel Selbsthass jemand haben muss, der Geld dafür bezahlt, um ein Portrait von sich mit riesiger Nase, Hasenzähnen und Segelohren zu bekommen. Und was stimmt mit den Leuten nicht, die das dann zu Hause sogar aufhängen?

Vielleicht sollte ich das meine Frau fragen. Die erzählt freimütig und ohne Anflug von Scham, sie habe auf ihrer 12er-Kursfahrt in Rom so eine Karikatur zeichnen lassen. Um es positiv zu sehen: Schön, wenn du nach 27 Jahren Beziehung noch etwas Neues über deine Partnerin lernst. Und immerhin hat sie die Zeichnung nicht rahmen lassen, um sie im Wohnzimmer zur Schau zu stellen. (Oder noch schlimmer: im Schlafzimmer.)

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Nachdem wir die Karlsbrücke überquert haben, kraxeln wir die steile Treppe zur Prager Burg hoch. Der Hradschin ist mit sieben Hektar die zweitgrößte geschlossene Burganlage der Welt. Sagt zumindest Wikipedia. Da ich über keinerlei Wissen zu geschlossenen Burganlagen verfüge, glaube ich das einfach mal.

Bei sieben Hektar Fläche möchtest du definitiv nicht der Typ sein, der dafür zuständig ist, den Hof zu fegen. Als Kind fand ich es schon eine Kinderrechte verletzende Zumutung, die Garageneinfahrt kehren zu müssen. Und das waren nur circa 20 Quadratmeter und keine zehn Fußballfelder wie das Prager Burgareal. (Wobei ich damals auch noch Kehrverantwortlicher für die Treppe und einen schmalen Bürgersteig neben unserem Grundstück war. Zusammengerechnet musste ich also ungefähr ein Drittel Strafraum fegen. Für einen Zehnjährigen fühlt sich das an wie zehn Fußballfelder.)

An der Burg machen wir unser obligatorisches Urlaubs-Familienselfie. 25 Versuche später haben wir ein akzeptables Bild. Während die Tochter auf jeder Aufnahme das identische fotogene Lächeln aufgesetzt hat, als wäre ihr Gesicht reingephotoshopt, hat mindestens eines der anderen Familienmitglieder den Mund auf, die Augen zu oder sieht aus, als wäre er lieber ganz woanders. In meinem Fall auch gerne alles zusammen.

Ohnehin ist mir aufgefallen, dass ich, wenn ich im Hintergrund auf Bildern der Kinder oder meiner Frau zu sehen bin, häufig sehr grimmig schaue. Ich möchte nicht wissen, wie vielen Menschen ich Urlaubsaufnahmen verhunzt habe, weil ich im Background als miesepetriger Griesgram rumstehe.

Daher möchte ich mir angewöhnen, künftig mehr zu lächeln und einen freundlicheren Gesichtsausdruck aufzusetzen. Dann versaue ich Urlaubsschnappschüsse nicht mehr als muffelige Motzfresse, sondern als debil grinsender Hohlkopf.

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Unsere Einkäufe für das morgige Frühstück wollen wir nicht wieder bei LIDL besorgen, denn ich möchte endlich mein Urlaubs-Supermarktfeeling bekommen. Daher gehen wir zu BILLA. Später lese ich im Internet nach, dass es sich gar nicht um einen tschechischen Supermarkt handelt, sondern Teil einer österreichischen Kette ist.

Das Einkaufserlebnis im BILLA ist ausbaufähig. Der Laden erinnert an einen nur mäßig ordentlichen Netto-Markt. Mäßig ordentlich auch nur nach Berliner Maßstab, der nicht unbedingt dem normalen Einzelhandel-Standard entspricht.

Zur weiteren kulinarischen Annäherung an Tschechien kaufen wir ein einheimisches Cola-Getränk mit dem Namen Kofola, was klingt, als hätte jemand Cola sagen wollen und hätte dabei aufstoßen müssen. Geschmacklich liegt Kofola irgendwo zwischen Aldi-Cola, Fassbraue und Almdudler. Das ist darauf zurückzuführen, dass der Basis-Sirup für Kofola aus Himbeersirup, Brombeer-, Erdbeer- und Himbeerblättern, Zimt, Lakritz, Karamell, Apfel-, Kirsch- und Johannisbeerextrakt sowie getrockneten Orangenschalen hergestellt wird. Vielleicht sollte man das alles besser weglassen, um aus Kofola ein leckeres Getränk zu machen.

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Für die Abendgestaltung hat sich meine Frau sich etwas Besonderes ausgedacht: den Besuch eines Jazz-Konzertes. Das würde den Kindern sicherlich gefallen, meint sie. Ich weiß nicht, worauf sie ihre Vermutung stützt, aber die Karten kosten nur vierzehn Euro und damit können die Kinder „Besuch eines Jazz-Konzerts“ von ihrer Bucket-List streichen, auch wenn sie vielleicht gar nicht wussten, dass das auf ihrer Bucket-Liste steht.

Das Konzert findet im renommierten AghaRTA-Club statt, einer schummrigen Jazz-Bar mit ungefähr 50 Sitzplätzen. Außer uns sind Jazz-Liebhaber, überwiegend in gesetztem Alter mit Brille und Cord-Jackett, sowie zehn asiatische Besucher*innen anwesend.

Wir werden an ein Tischchen direkt vor der Bühne platziert. Mehr „Bock zum Gärtner machen“ und „Perlen vor die Säue werfen“ geht nicht. Sicherlich hat keiner der anderen Besucher*innen weniger Ahnung von Jazz als ich. Ich kommer mir vor wie ein Hochstapler, der hier nichts verloren hat.

Heute Abend treten „Jazz Q of Martin Kratochvil“ auf. Der namensgebende Martin Kratochvil ist 77 und spielt Keyboard, der Bassist und der Gitarrist sind unwesentlich jünger. Der Schlagzeuger ist dagegen ungefähr Ende 30 / Anfang 40. Die Tochter vermutet, dass er der Sohn eines verstorbenen Gründungsmitglieds ist.

Ich muss gestehen, dass ich keinen rechten Zugang zu Jazz habe. Weder musikalisch noch emotional. Ich kann zwar rational die Virtuosität der Musiker und ihres Zusammenspiels bewundern, aber die Musik berührt mich nicht.

Trotzdem habe ich eine gute Zeit, indem ich die Band und das Publikum beobachte: die Grimassen, die die Musiker machen, während sie vollkommen entrückt ihre Improvisationen spielen, den Japaner, der bedächtig die Augen beim Zuhören schließt, bis er einnickt und zusammenzuckt, den Mann hinter uns, der enthusiastisch, aber nicht immer rhythmussicher den Takt auf seinem Oberschenkel klopft oder der ältere Herr am Nachbartisch, der immer wieder versonnen an seinem Becherovka nippt.

Im Laufe des Konzerts stelle ich fest, dass ich die meisten Lieder nicht voneinander unterscheiden kann. Würde die Band drei Mal hintereinander das gleiche Stück spielen, fiele mir das sehr wahrscheinlich nicht auf. Das ist für mich wie beim Techno. Da hört sich für mich auch alles gleich an. Wüsste der Betreiber der Bar, dass ich Techno mit Jazz gleichsetze, würde er mir bestimmt Hausverbot erteilen.

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Trotz später Stunde spielen wir nach unserer Rückkehr in unsere Unterkunft noch zwei Runden Kniffel. Die Tochter wirft einen Kniffel mit einem Wurf, was wir Ein-Hand-Kniffel nennen, obwohl es Ein-Wurf-Kniffel heißen müsste. Das hilft ihr, die Führung vor mir mit einem Vorsprung von 60 Punkten zu übernehmen. Der Sohn und meine Frau sind mit rund 400 Punkten Rückstand weit abgeschlagen und werden mit dem Ausgang des Turniers wohl nichts mehr zu tun haben.


Die kompletten Beiträge der Prag-Reise finden sie hier:



Eine Prager Wochenschau | Tag 1 (04.01.): So weit die Füße tragen

Wir sind kurzverreist. Nach Prag. Hier gibt es den Bericht. Nicht ganz live, aber dafür in Farbe und 8k. Falls Ihnen Ihre Lebenszeit nichts wert ist und Sie alle Prag-Beiträge lesen möchten, werden Sie hier fündig.


Zum Frühstück essen wir die Brötchen, die wir gestern Abend gekauft hatten. Über Nacht waren sie weich und knatschig geworden. Damit sie wieder knusprig werden, wollen wir sie aufbacken. Nach einem circa 30-sekündigen Aufenthalt im Backofen haben sie sich in eine Mischung aus Zwieback, Knäckebrot und Styropor verwandelt.

Mit ausreichend Marmelade oder Schokocreme schmecken sie aber ganz okay. Noch besser schmecken es aber, wenn man sie weglässt und die Marmelade und Schokocreme einfach pur isst.

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Eine Prager Wochenschau | Anreise (03.01.): Es fährt ein Zug nach Irgendwo (Teil 2)

Teil 1


Der Zug fährt die Elbe entlang durch die Sächsische Schweiz. Wir durchqueren pittoreske Örtchen mit bunten Häuschen und akkurat gepflegten Gärten. Fühlt sich wie in einer Modelleisenbahn-Landschaft an. Ich muss unweigerlich denken, warum Menschen, die in einem Miniaturwunderland leben, AfD wählen.

Kurz vor Bad Schandau, dem letzten Halt in Deutschland, laufen Bundespolizisten durch den Zug und kontrollieren Ausweise. Als brave Untertanen zücken meine Frau und ich eilfertig unsere Personalausweise. Die Polizisten würdigen uns keines Blickes und gehen weiter ins nächste Abteil. Anscheinend halten sie es nicht für nötig, uns zu überprüfen, weil wir so starke deutsche Vibes ausstrahlen. (Zum Beispiel durch das unaufgeforderte Zücken von Personalausweisen.)

Wir haben Deutschland verlassen. Die Zugdurchsagen werden nun zuerst auf Tschechisch durchgegeben. Klingt ein bisschen nach „Sendung mit der Maus“, nur dass niemand danach sagt: „Das war Tschechisch.“

Tschechisch hört sich nach fröhlichem Singsang an. Ich lade mir die DeepL-App runter. Könnte beim Einkaufen nützlich sein.

Die Schaffnerin erklärt über den Lautsprecher, bei Fragen könne man sich gerne an sie und ihr Team wenden oder in der Můj vlak-App nachschauen. Sie hört sich an, als würde sie bevorzugen, dass die Reisenden die App konsultieren. Můj vlak klingt für mich weniger nach Handy-Software, sondern eher nach einem böhmischen Kartoffelgericht. („Ich hätte gerne das Můj vlak und dazu ein kleines Bier.“)

Am Zugfenster saust ein Friedhof vorbei. Direkt daneben steht eine Tankstelle, dann kommt ein Gebrauchtwagenhändler. Einerseits ein wenig pietätslos, andererseits maximal effizient. Nachdem du deine Angehörigen zu Grabe getragen hast, kannst du dein Erbe gleich in einen Gebrauchtwagen investieren. (Sollte das Geld für einen Neuwagen reichen, wurde der Erbonkel oder die Erbtante wahrscheinlich nicht auf einem Friedhof neben einer Tanke beerdigt.)

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Kurz nach halb sechs. Ankunft in Prag. Die Schaffnerin erklärt, wir hätten acht Minuten Verspätung und bedankt sich für das Verständnis der Reisenden. Ohne zu wissen, ob die überhaupt Verständnis haben. Nach meiner Erfahrung ist davon eher nicht auszugehen. Aber die Schaffnerin setzt das einfach mal voraus. Gewissermaßen eine von außen angestoßene Autosuggestion.

Eigentlich müsste sich die tschechische Bahn gar nicht für die Verspätung entschuldigen. Die ist bereits in Deutschland entstanden. Zwischen Berlin und Dresden war ein Stellwerk beschädigt. Wegen Vandalismus. Deswegen war die Strecke ab und an nur eingleisig befahrbar. Der Zug musste dann anhalten und der Schaffner erklärte jedes Mal, dies sei kein normaler Halt und es solle niemand aussteigen.

Ich fragte mich dann immer, ob das wirklich nötig ist und ob es tatsächlich Reisende gibt, die mitten in der Landschaft den Zug verlassen, weil sie denken, sie hätten ihre Station erreicht. Wahrscheinlich schon.

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Um zu unserer Unterkunft zu kommen, müssen wir die Aufgabe „ÖPNV in Prag fahren“ lösen. Das schaffen wir mit Bravour. Beziehungsweise meine Frau schafft das. Sie sucht in der PID Lítačka-App die Route raus und kauft gleich die dazugehörigen Tickets, die erfreulich günstig sind.

Ich habe mir die App ebenfalls runtergeladen, überlasse aber meiner Frau die Recherche. Das bringt ja nichts, wenn wir das beide machen. Falls ich eine bessere Verbindung finde, wird das schnell als Rechthaberei ausgelegt, wenn ich aber eine schlechtere Route vorschlage, wird das noch in Jahren Gegenstand von Erzählungen meiner Frau sein, und das braucht kein Mensch.

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Nachdem wir uns in der Unterkunft eingerichtet haben, gehen wir fürs Abendessen einkaufen. Der am nächsten gelegene Supermarkt ist enttäuschenderweise ein LIDL. Ich habe nicht per se etwas gegen LIDL, aber in Prag schon. Im Ausland möchte ich in einheimischen Supermärkten einkaufen und die lokalen Produkte und die Einrichtung studieren. Für mich ist das Teil des Urlaubserlebnisses. Ein tschechischer LIDL unterscheidet sich jedoch nicht allzu sehr von einem deutschen LIDL und in einem LIDL Urlaubsgefühle zu entwickeln, ist ziemlich herausfordernd.

Wenigstens die Preise vermitteln ein Gefühl der Fremde und der Exotik. In Tschechien wird nicht Euro, sondern mit Krone bezahlt. In meiner Ignoranz habe ich das erst ein paar Tage vor unserer Abfahrt mitbekommen.

Ein Euro entspricht ungefähr 25 Kronen. Deswegen sind die Preise alle absurd hoch und erfordern Kopfrechnen für Fortgeschrittene. Außer du bist ein Mathegenie, was auf mich aber nicht zutrifft. Eigentlich ist ein Euro nur 23 bis 24 Kronen. Das macht das Rechnen aber noch komplizierter und weil wir hier im Kurzurlaub und nicht im Matheunterricht sind, finde ich, dass ich mir die Umrechnerei ruhig ein wenig leichter machen kann.

An der Kasse sage ich zur Kassiererin: „Dobre Den.“ Das heißt „Guten Tag“ auf Tschechisch. Ich hatte das vorher bei DeepL nachgeschaut, denn im Ausland grüße ich die Menschen gerne in ihrer Landessprache. Als Zeichen der Höflichkeit und des Respekts.

Die Frau erwidert meinen Gruß mit einem knappen Nicken. Entweder sie hat mich nicht verstanden oder sie hat um 19.30 Uhr, kurz vor Feierabend, kein Bock auf einen Typen, der irgendwas nuschelt, das wie eine Phantasiesprache klingt.

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Wir beenden den Abend mit unserem traditionellen Urlaubskniffel. Wir sind zwar nur drei Tage in Prag, aber da es dieses Jahr unser einziger Urlaub mit den Kindern sein wird, muss das jährliche Kniffel-Turnier eben hier stattfinden.

Der Sohn ist als Erster des letztjährigen Portugal-Turniers Titelverteidiger. Die Tochter und ich konnten in den letzten Jahren jeweils drei Siege erringen. Somit können wir beide durch einen vierten Erfolg zum alleinigen Rekord-Urlaubskniffelchampion aufsteigen.

Nach vier Runden haben die Tochter und ich die exakt gleiche Punktzahl – ein Kniffel der Herzen meinerseits verhinderte meine Führung. Meine Frau liegt mit 160 Punkten zurück, der Sohn sogar mit 360 Punkten. Somit sieht es nach einem Vater-Tochter-Zweikampf um den Titel des besten Familien-Knifflers aller Zeiten aus.

(Im Zuge des Trash Talks und der psychologischen Kriegsführung wird hier bewusst auf irgendwelche Gender-Sternchen oder große I verzichtet. Und falls Sie sich fragen, ob wir das Urlaubskniffeln zu Ernst nehmen, kann ich das mit einem klaren „Ja“ beantworten.)


Die kompletten Beiträge der Prag-Reise finden sie hier:



Eine Prager Wochenschau | Anreise (03.01.): Es fährt ein Zug nach Irgendwo

Wir sind kurzverreist. Nach Prag. Hier gibt es den Bericht. Nicht ganz live, aber dafür in Farbe und 8k. Falls Ihnen Ihre Lebenszeit nichts wert ist und Sie alle Prag-Beiträge lesen möchten, werden Sie hier fündig.


13.16 Uhr. Wir sitzen im EC175 Richtung Prag. Die Fahrt war unser Überraschungsgeschenk für die Kinder zu Weihnachten. Ihre Ausstattung mit technischem Gerät war auf dem neuesten Stand und sie hatten auch sonst keine größeren Wünsche, also haben wir ihnen einen Städtetrip geschenkt. Und Zeit mit uns. Möglicherweise bereuen sie nun, dass sie sich kein neues iPhone gewünscht haben.

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Familien-Gedöns der Woche (487)

Die DSGVO, so beliebt wie Zitronat, Orangeat, Rosenkohl und Kapern. Daher auch diese Woche der Hinweis: Durch die eingebetteten Posts der diversen Social-Media-Plattformen können deren Betreiber wahrscheinlich irgendetwas herausfinden, was Sie im Internet so machen. Und zwar weil ich die Posts nicht hinter leserinnenunfreundlichen opt-in-Verfahren versteckt habe. Wenn Sie das nicht möchten, ziehen Sie am besten schnell weiter. Allen anderen viel Spaß beim Lesen.

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Wie jeden Freitag, das beste Familien-Gedöns der Woche. Auch diesmal ist die Auswahl gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz.

Beitrag von @liniert.kariert
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Eine kleine Wochenschau | KW50-2023 (Teil 2)

Teil 1


15. Dezember 2023, Berlin

Die Altglastonne im Hof wurde seit Wochen nicht geleert und ist so voll, dass der Deckel nicht mehr schließt. Gleichzeitig quillt in unserer Küche die Kiste, in der wir unsere leeren Einwegflaschen und -gläser sammeln, über.

Wohl oder übel muss ich abends mit der Kiste zum Altglas-Container. Der ist zum Glück direkt um die Ecke. Trotzdem ist es mir unangenehm, mit der Kiste durch den Kiez zu laufen. Nicht weil sie voller Sekt-, Wein- und Schnapsflaschen ist, wie bei jemandem mit bedenklich hohem Alkoholkonsum. Aber in der Kiste sind so viele leere Schokocreme- und Erdnussbuttergläser, dass die Menschen in der Nachbarschaft sicherlich denken, ich bin hochgradig Zucker und Fett abhängig. (Vor allem in der Adventszeit eine nicht vollkommen falsche Einschätzung.)

Vor dem vermeintliche Altglas-Container stehend, stelle ich fest, dass es sich um eine Altkleider-Sammelstelle handelt. Kurz spiele ich mit dem Gedanken, die Kiste einfach daneben abzustellen und zu gehen. Aber nur ganz kurz. Das wäre schade, um die Kiste. Worin sollten wir zukünftig unser Altglas sammeln?

Zudem habe ich mich kürzlich wie so ein Fensterrentner echauffiert, als in unserer Straße eine Frau ihr Taschentuch auf den Gehweg geworfen hat. Da kann ich jetzt schlecht unseren Glasmüll wild entsorgen. Vor allem weil um die Uhrzeit noch relativ viele Menschen unterwegs sind und mich dabei beobachten würden.

Ich recherchiere am Handy nach dem Standort des nächsten Altglas-Containers. Zu meiner großen Überraschungen sind diese tatsächlich bei Google Maps eingezeichnet. Zu meiner noch größeren Überraschung gibt es sogar Google-Rezensionen zu einzelnen Containern.

Wer macht so etwas? Wie viel freie Zeit musst du haben, wenn du, nachdem du dein Altglas weggebracht hast, denkst: „Mensch jetzt schreib ich doch mal eine schöne Bewertung zu meiner Altglas-Container-Experience.“

Und was sind die Kriterien für so eine Rezension? Die Größe des Einwurflochs? Die Sauberkeit der Umgebung? Die Beschaffenheit der Containerwand?

Einer der Container in der Nähe hat eine 5-Sterne-Bewertung. Dazu schreibt „Michael v“: „A spot to drop off glass for recycling.“ In meinen Augen mehr eine Definition als eine Rezension. Da der Container aber diesen Zweck erfüllt, hat er sich die Höchstbewertung verdient. Zumindest in den Augen von „Michael v“.

Zu einem anderen Container führt „Walle Bob“ aus, dass der angrenzende Park jetzt viel sauberer sei und man da endlich gemütlich sitzen könnte. Trotzdem vergibt er nur vier Sterne.

Ich entscheide mich dennoch für den Vier-Sterne-Container, weil er näher ist. Als ich dort ankomme, werfe ich – wie es sich gehört – die Gläser und Flaschen mit so viel Schmackes in die Öffnung, dass sie im Innern des Containers krachend zersplittern. (sorry, Nachbarn.)

Das macht richtig Spaß. Vielleicht schreibe ich zuhause eine Bewertung. Aber mit 5 Sternen.

16. Dezember 2023, Berlin

Der Judoverein des Sohns veranstaltet sein jährliches Weihnachtsturnier. Das heißt, wir verbringen als Helferlein den Samstag in Kladow. In der Turnhalle der Grundschule am Ritterfeld. Was eine sehr irreführende Ortsbezeichnung ist, denn in der Umgebung gibt es überhaupt keine Ritter. Auch keine Burg oder ein Schloss.

Wie letztes Jahr jogge ich abends nach Hause. Circa 20 Kilometer. Vorher klang das wie eine gute Idee, um nach einem Tag in der sticken Halle noch ein wenig frische Luft und Bewegung zu haben. Bereits nach zwei Kilometern bin ich nicht mehr ganz so überzeugt, dass frische Luft und Bewegung wichtig sind.

In Gatow komme ich am „Wirtshaus Gatow“ vorbei. Das sieht aus, wie es sich anhört. Der Name ist in altdeutscher Schrift auf die gelb gestrichene Fassade geschrieben, die Fenster sind von braunen Holzrahmen umschlossen und im Sommer stehen bestimmt überbordende Blumenkästen auf den Fensterbänken.

Nicht ganz zu dem Wirtshaus-Klischee passt das Poster, das über dem Eingang hängt:

Neue Bewirtschaftung ab 30.11.23:
Com Dang.
Asiatische Speisen & Sushi

17. Dezember 2023, Berlin

Der jüngere Bruder meiner Frau – oder wie sie ihn in Verleugnung der Größenverhältnisse nennt: „mein kleiner Bruder“ – ist seit gestern mit seinem Sohn J., seiner Freundin M. und ihrem Sohn T. zu Besuch.

Um kurz vor acht mache ich mir einen Kaffee, in der Hoffnung, das Koffein möge mich in einen menschenähnlichen Zustand versetzen. Dieses Ziel habe ich noch nicht erreicht, als T. in der Küche erscheint. Er ist neun und wie es sich für dieses Alter gehört, ist sein Energielevel sofort nach dem Aufstehen bei 100. Sein Mitteilungsbedürfnis ebenfalls.

Er erzählt mir etwas von der Schlafsituation im letzten Portugal-Urlaub, klärt mich darüber auf, dass er seine Hausaufgaben immer schon in der Schule macht, damit er die „Kack-Aufgaben“ nicht daheim erledigen muss, und erklärt mir dann die Spielregeln eines Kartenspiels, bei dem es darum geht, maximal gleiche oder maximal ungleiche Dreier-Sets zu bilden. Glaube ich zumindest. Ich nippe an meinem Kaffee und hoffe, dass ich an den richtigen Stellen nicke.

Zum Bäcker mitgehen will T. nicht. Das sei ihm zu kalt. Das verstehe ich gut, aber damit wir etwas zum Frühstück haben, gehe ich dennoch los.

In der Bäckerei steht hinter mir eine junge Frau mit ihrer Tochter. Diese ist schätzungsweise drei und sitzt im Kinderwagen. Sie schaut mich strahlend an und ruft: „Schneemann.“ Ich frage mich, ob mein Haar weißer ist, als ich mir eingestehen will, und sich der übermäßige Plätzchenkonsum der letzten Wochen allmählich figürlich unvorteilhaft auswirkt. Dann entdecke ich auf der Brötchentheke einen kleinen Stoff-Schneemann, den die Kleine gemeint hat. Wahrscheinlich.


Das perfekte Schrottwichtel-Geschenk

Sie sind noch auf der Suche nach einem Geschenk für Weihnachten? Oder fürs Schrottwichteln? Da könnte eines meiner Bücher genau das Richtige sein. Schreiben Sie mir einfach eine Mail.

Die Bücher kosten zwischen 10 und 12 Euro (plus Versandkosten). Gerne versehe ich das Buch auch mit einer persönlichen Widmung. (Das verhindert, dass es weiterverschenkt werden kann.)


Anstatt einem weißen, (mittel-)alten, heterosexuellen Mann Geld für das Sammeln und Zusammenstellen von Tweets zu spenden, ist es sinnvoller, Vereine und Gruppen zu unterstützen, die sich für die Überwindung gesellschaftlicher Probleme einsetzen. Daher poste ich künftig unter den Familien-Tweets nicht mehr den Spenden-Hut. Stattdessen können Sie ja vielleicht eine Kleinigkeit an Heimatstern e.V. überweisen. Oder eine Großigkeit.


Kann man kaufen. Muss man aber nicht. Wäre aber trotzdem schön. (Affiliate-Link)


Sie möchten informiert werden, damit Sie nie wieder, aber auch wirklich nie wieder einen Familienbetrieb-Beitrag verpassen?

Eine kleine Wochenschau | KW50-2023

Zum Sonntagabend gibt es meine semi-originellen Gedanken und semi-spannenden Erlebnisse aus der abgelaufenen Woche. Manchmal banal, häufig trivial, meistens egal.


11. Dezember 2023, Berlin

Der Sohn ist den vierten Tag in Corona-Isolation. Das Zimmer verlässt er nur, um ins Bad zu gehen, und immer mit Maske. Wir stellen ihm regelmäßig Essen vor die Tür, später räumt er das benutzte Geschirr in den Flur, wo wir es abholen. Er lebt quasi wie ein Gefängnisinsasse in Einzelhaft. Allerdings wie ein Gefängnisinsasse, der bestens mit elektronischen Unterhaltungsgeräten und Streamingdiensten ausgestattet ist.

Ab und an legt der Sohn auch seine Schmutzwäsche raus. Vielleicht ist er doch kein Gefängnisinsasse, sondern ein Hotelbewohner mit Room Service. Allerdings ein Hotelbewohner, der sein Zimmer nicht bezahlt.

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Familien-Gedöns der Woche (486)

Die DSGVO, so beliebt wie Rosinen, Rosenkohl und Kapern. Daher auch diese Woche der Hinweis: Durch die eingebetteten Tweets kann Twitter irgendetwas herausfinden, was Sie im Internet so machen. Und zwar weil ich die Tweets nicht hinter leserinnenunfreundlichen opt-in-Verfahren versteckt habe. Wenn Sie das nicht möchten, ziehen Sie am besten schnell weiter. Allen anderen viel Spaß beim Lesen.

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Wie jeden Freitag, das beste Familien-Gedöns der Woche. Auch diesmal ist die Auswahl gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz.

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Eine kleine Wochenschau | KW49-2023 (Teil 2)

Teil 1


07. Dezember 2023, Berlin

Ich schreibe meinem jüdischen Bekannten L. eine Nachricht und wünsche ihm alles Gute zu Chanukka, dem jüdische Lichterfest. In den nächsten acht Tagen zünden Juden jeden Abend eine weitere Kerze an und die Kinder bekommen jeden Tag Geschenke und Süßigkeiten. Das stelle ich mir sehr schön für die jüdischen Kinder vor. Und ziemlich ruinös für die Eltern.

Zum Essen gibt es zu Chanukka in Öl gebackene Speisen wie Krapfen (Sufganiyots) und Kartoffelpuffer (Latkes). Damit soll an das Wunder des ewig brennenden Öls im Tempel gedacht werden. Eine sehr clevere Idee, um den Verzehr von Frittiertem zu rechtfertigen.

Im Christentum soll dagegen der Stollen an Christus als gewickeltes Baby erinnern. Eine merkwürdige kannibalistische Assoziation, die einem die Freude an einem Stück Stollen eher verleidet. Früher war das kein größeres Problem, denn der Stollen war eine Fastenspeise und wurde aus Wasser, Hafer und Rüböl zusammengemanscht. Das war geschmacklich ohnehin kein Hochgenuss.

Glücklicherweise fand irgendwann jemand, dass es dem Ansehen des Gottessohns bestimmt keinen Schaden zufügt, wenn Stollen lecker ist und hat ihm Zucker, Mehl und Butter beigefügt. Bis irgendein Trottel auf die Idee kam, man könne da auch noch Zitronat und Orangeat reinwerfen. Aber das ist eine andere Geschichte und soll hier nicht noch einmal ausgebreitet werden.

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Für die gestern gebackenen Zitronenherzen brauchte ich sechs Eigelb. Die komplementären sechs Eiweiß verarbeite ich heute zu Kokosmakronen. Damit nichts wegkommt und weil Kokosmakronen in der Herstellung unkompliziert und schnell sind.

Da bei den Zitronenherzen aber weniger rauskamen, als erhofft, backe ich heute noch eine weitere Rutsche davon. Nun habe ich wieder sechs Eiweiß übrig. Es ist ein Teufelskreis. Aber ein sehr leckerer.

Da meine Frau zurzeit an der Arbeit sehr viel zu tun hat, konnte sie sich bis jetzt nur eingeschränkt bei der Weihnachtsbäckerei einbringen. Viele Plätzchensorten habe ich daher allein gebacken. Ich finde das aber nicht schlimm. Mir ist das lieber als umgekehrt. Schließlich möchte ich nicht in ihrer Plätzchenschuld stehen. Das ist in einer Ehe wie bei der Mafia. Der willst du auch keinen Gefallen schuldig sein.

Sollte ich irgendwann mal unseren Hochzeitstag vergessen – möglicherweise nächstes Jahr –, kann ich stattdessen nun sagen: „Dafür habe ich im Dezember 2023 allein Zitronenherzen gebacken.“

08. Dezember 2023, Berlin

Vor ein paar Wochen habe ich mir ein Poster zum Hamburg Marathon bestellt. Auf dem ist der Streckverlauf als schwarze Linie auf hellgelben Untergrund abgebildet und darunter stehen das Datum, mein Name und die erreichte Zielzeit. Das Poster sieht sehr stylish aus. Ich habe es gerahmt und in meinem Arbeitszimmer aufgehängt. Unterhalb des Posters habe ich noch eine Halterung angebracht, an der ich meine gesammelten Volkslauf-Medaillen der letzten fünfzehn Jahre auffädeln kann.

Wenn Sie jetzt denken, dass hört sich wie ein Midlife-Crisis-Altar an, haben sie vermutlich recht.

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Im Hausflur hängt ein Zettel. Er ist von R. aus dem dritten Stock. Sie wird heute 16 und feiert eine Party. Es kämen viele Leute und es könne etwas lauter werden. Sie werde jedoch dafür sorgen, dass um 0.30 Uhr alle gehen.

Ich weiß nicht, ob das alle Hausbewohner*innen so sehen, aber ich bin sehr enttäuscht von R., wenn die Party tatsächlich um halb eins vorbei ist.

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Der Sohn ruft an. Das ist ungewöhnlich. Generell und vor allem, weil er im Bad ist und ich nebenan im Arbeitszimmer sitze. Wenn dich jemand aus dem Nachbarzimmer anruft, kann das nur zweierlei bedeuten: Entweder ist die Person sehr, sehr faul oder sie hat schlechte Nachrichten, die sie dir nicht von Angesicht zu Angesicht überbringen kann.

Beim Sohn ist letzteres der Fall. Als er von der Schule nach Hause kam, hatte er leichte Gliederschmerzen und sich deswegen in die Badewanne gelegt. Anschließend war er so umsichtig, einen Corona-Test zu machen. Nun informiert mich der Sohn über die zwei unerwünschten Streifen. Ich lege ihm eine Maske vor die Tür, dann isoliert er sich in seinem Zimmer.

Der positive Test ist für den Sohn doppelt doof: Erstens, weil er Corona hat, und zweitens muss er damit endgültig die Teilnahme an der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft abhaken.

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17 Uhr. Der Sohn meldet sich. Er habe Hunger und möchte sich etwas zu essen bestellen. Am liebsten bei Smack Burger, einem Laden, der vor ein paar Monaten bei uns in der Gegend aufgemacht hat und dessen Signature Move darin besteht, auf alles sehr viel Käse zu machen. Ein kluger Move, denn nichts wird schlechter, wenn du es mit Käse überbäckst.

Die Bestellliste des Sohns umfasst zwei Cheeseburger, ein Patty Melt – ein Rindfleisch-Patty mit der käsigen Haussauce, doppeltem Cheddar und karamellisierten Zwiebeln zwischen zwei hausgemachten Scheiben Toast – sowie eine Portion Chicken Cheese Poutine – Pommes mit Hühnchen und Käsestücken.

Sagen wir es so: Corona scheint ihm nicht auf den Magen zu schlagen.

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Als meine Frau nach Hause kommt, erkundigt sie sich beim Sohn nach seinem Wohlbefinden. Eigentlich gehe es ihm ganz gut, aber ihm sei sterbenslangweilig. Das ist ein wenig verwunderlich. Er hat den Großteil des Nachmittags damit verbracht, im Bett zu liegen, durch Insta, TikTok und Snapchat zu scrollen und dabei Fernsehen zu schauen. So wie jeden anderen Nachmittag auch. Aber anscheinend macht es einen Unterschied, ob du das aus freien Stücken tust oder dir keine andere Wahl bleibt.

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Wir telefonieren abends mit der Tochter. Sie erzählt, sie habe schon seit vier Tagen kein Türchen an ihrem Schoko-Adventskalender geöffnet. Weil sie das morgens immer vergessen würde. Jetzt hätte sie daran gedacht, aber zum Frühstück schon von ihrem Schoko-Weihnachtsmann gegessen, so dass sie jetzt keine Lust auf Schokolade hätte.

Meine Frau und ich verstehen den Zusammenhang nicht und fragen uns, wie man keine Lust auf Schokolade haben kann. Aber das spricht eher gegen uns als gegen die Tochter.

09. Dezember 2023, Berlin

Wie schon gestern fällt auch heute früh bei meiner Frau und mir der Corona-Test negativ aus. Somit steht unserer Teilnahme beim Nikolauslauf am Schlachtensee nichts im Wege, für den wir uns vor ein paar Wochen angemeldet hatten.

Gemeinsam mit meinen Laufkollegen, mit denen ich mich regelmäßig samstags im Grunewald treffe, habe ich mir den Drittelmarathon über 16,2 Kilometer vorgenommen. O. und sein Sohn verwechseln versehentlich ihre Startnummern. Der Sohn wird Erster in der Altersklasse 50, O. dagegen Zehnter bei den 20- bis 25-Jährigen.

Ich belege in der Altersklasse 45 den dritten Platz. Was etwas beeindruckender wäre, wenn in meiner Gruppe mehr als fünf Teilnehmer am Start gewesen wären. Aber immerhin gibt es eine Teilnehmermedaille, die ich an meinen Midlife-Crisis-Schrein hängen kann.

10. Dezember 2023, Berlin

Während ich im Arbeitszimmer sitze und die Wochenschau editiere, höre ich, wie meine Frau in der Küche Kartons zerkleinert. Dann geht sie in den Hof und entsorgt sie in der Altpapier-Tonne. Allein, ohne mich. Damit hat sie mein Solo-Zitronenherzen-Backen wettgemacht und ich darf in den nächsten Jahren unseren Hochzeitstag nicht vergessen. Verdammt.

Später muss ich feststellen, dass sie auch noch die Schokoladenplätzchen kuvertiert und alle Flaschen und Dosen auf den Küchenregalen abgewischt hat. Nun stehe ich tief in ihrer Schuld. Wahrscheinlich liegt heute Abend ein Pferdekopf auf meinem Kopfkissen.


Das perfekte Schrottwichtel-Geschenk

Sie sind noch auf der Suche nach einem Geschenk für Weihnachten? Oder fürs Schrottwichteln? Da könnte eines meiner Bücher genau das Richtige sein. Schreiben Sie mir einfach eine Mail.

Die Bücher kosten zwischen 10 und 12 Euro (plus Versandkosten). Gerne versehe ich das Buch auch mit einer persönlichen Widmung. (Das verhindert, dass es weiterverschenkt werden kann.)