Sardinien 2017 – Tag 3: Von morgendlichen Bergläufen, Eselsplätzen am Strand und erstem Urlaubseis

Es ist 7 Uhr und heute ist es soweit: Ich gehe das erste Mal in diesem Urlaub joggen. Wie jedes Jahr habe ich mir vorgenommen, regelmäßig laufen zu gehen. Ich nenne es ‚Die Moby-Dick-Prävention‘. Schon der römische Dichter Juvenal wusste ja, dass ein gesunder Geist nur in einem gesunden Körper wohnt. Ob allerdings ein Geist, der sich vornimmt, durch die hügelige sardische Landschaft zu joggen, als gesund bezeichnet werden kann, darf bezweifelt werden.

Unser tägliches Meerbild gib uns heute.

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Im Wohnzimmer treffe ich auf den inneren Schweinehund, meinem Urlaubsbegleiter aus dem letzten Jahr. Er fragt, ob ich tatsächlich laufen gehen, wo ich doch auch mit ihm  einen Kaffee auf der Terrasse trinken könnte. Ich presse ein kurzes „Laufen“ hervor, denn man darf sich vom inneren Schweinehund nicht in Gespräche verwickeln lassen, sonst hat man gleich verloren. Der innere Schweinehund quittiert meine ablehnende Haltung mit einer Scheibenwischerbewegung vor dem Gesicht und knurrt „Grande idiota!“ Dann geht er zur Küchenzeile und sucht in den Schränken nach Weißbrot und Nutella. Weiterlesen →

Sardinien 2017 – Tag 2: Von wagemutigen Autofahrten, Real-Life-Wimmelbildern und Strandinteraktionen

Gestern Abend hatten wir den kühnen Entschluss gefasst, heute spätestens um 9 Uhr die Wohnung zu verlassen, um die Rush Hour in Santa Teresa Gallura, die von 9.30 Uhr bis 21.00 Uhr dauert, zu vermeiden und rechtzeitig den Strand zu erreichen. Bei Morgenlicht betrachtet fanden wir diese Idee nicht mehr ganz so prickelnd. Man möchte sich ja nicht unnötig stressen und einen frühen Aufstehtermin im Urlaub zu haben, ist ja quasi der direkte Weg in den Burn-out. Wird ja schon nicht so schlimm sein, wenn wir ein Stündchen später oder so losfahren, dachten wir. Eine spektakuläre Fehleinschätzung, wie sich rausstellen soll.

Bei Sonnenlicht betrachtet, ist der Montag gar nicht so schlimm.

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Sardinien 2017 – Tag 1: Von opernhaften Supermarktbesuchen, Mr. Miyagi am Frühstückstisch und ersten Strandbesuchen

Der Tag beginnt mit der Erkenntnis, dass es auf dem Klo keine Internetverbindung gibt. Das ist zwar schlecht für die Verdauungstätigkeit, aber gut für das Familienleben. Den einzig guten Empfang gibt es nämlich in der Küchenzeile. Hier werden wir uns also alle regelmäßig treffen und um unsere Handys scharen wie die Steinzeitmenschen um das Feuer, das sie gerade erst entdeckt haben.

Es ist alles ganz furchtbar.

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Kulinarisch startet der Tag eher spartanisch. Im Kühlschrank gibt es nur eine Flasche Wasser und eine Flasche Weißwein, die ein Willkommensgruß der Vermieter sind. Außerdem haben wir nur noch einen kleinen Rest unseres Reiseproviants übrig. Da wir dem Alter entwachsen sind, in dem man zum Frühstück alkoholische Getränke konsumiert – wie beispielsweise auf meiner Abi-Fahrt, wo es, wenn ich mich recht entsinne üblich war, den Morgen mit einem kühlen Bier zu begrüßen –, bekommt jeder als Morgenmahlzeit keine Weißweinschorle, sondern einen Oreo-Keks. Die enthalten ja auch Spurenelemente der wichtigsten Vitamine.

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Sardinien 2017 – Anreise: Von letzten Vorbereitungen, lärmenden Kindern und italienischen Autofahrern

Um 6 Uhr früh klingelt der Wecker, denn wir haben vor der Abreise noch einiges zu erledigen. Gegen das Schlafzimmer prasselt der Regen und die Bäume biegen sich im Wind. Ein Wetter wie an einem Herbsttag in einem Edgar-Wallace-Roman, was die Vorfreude auf den Urlaub noch weiter steigert.

Meine erste Herausforderung des Tages besteht darin, im Kleiderschrank einigermaßen akzeptable Klamotten zu finden. Die gesamte Urlaubsbekleidung ist nämlich bereits im Koffer verstaut und alles, was noch im Schrank liegt, ist wahlweise zu groß, zu eng, zu bunt oder zu hässlich. Somit muss ich mich mit einem Outfit begnügen, das irgendwo zwischen Straßenzeitungsverkäufer und Kartoffelsackmodel liegt.

Koffer. Für die mit leichtem Gepäck reisende Familie.

Koffer. Für die mit leichtem Gepäck reisende Familie.

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Sardinien 2017 – Vorbereitung (2): Von Hutproblemen, dichtem Haupthaar und Urlaubsklamotten-Chaostheorien

Es ist Freitagnachmittag und ich stehe in der Hutabteilung eines großen Berliner Kaufhauses. Sicherlich denken Sie jetzt, der Mann ist doch noch viel zu jung, um sich einen Hut zu kaufen und da gebe ich Ihnen uneingeschränkt recht.

Sommermützenmode. Für Farbenblinde und Geschmacksverwirrte.

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Heute Morgen beim Frühstück erzählte die Frau aber, sie habe kürzlich in der Zeitung gelesen, wie wichtig beim Strandurlaub eine gute Kopfbedeckung sei, um Melanome auf der Kopfhaut zu vermeiden. „Das ist nicht nur für Glatzköpfige wichtig, sondern auch für Männer mit schütterem Haar“, erklärte sie und schaute mich dabei besorgt an. „Das ist ja sehr interessant“, erwiderte ich. „Aber was geht mich das an?“ Als Antwort zieht die Frau lediglich die linke Augenbraue hoch. Das international übliche Zeichen für „Really?“ Weiterlesen →

Familien-Tweets der Woche (166)

Wie jeden Freitag, die besten Familien-Tweets der Woche. Auch diesmal ist der Auswahlprozess gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz.

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Sardinien 2017 – Vorbereitung (1): Von Urlaubsplänen, panischen Gnus und madigem Käse

Übermorgen geht er endlich los: Der alljährliche Familienurlaub. Es geht nach Sardinien. Genauer gesagt in den Norden Sardiniens, in die Nähe von Santa Teresa Gallura. Der Ort hat rund 5.000 Einwohner und so viel zu bieten, dass sein Wikipedia-Eintrag ganze 71 Wörter umfasst. Er ist direkt an der Küste gelegen, quasi einen Steinwurf von Korsika entfernt. Also, wenn man in der Lage ist, einen Stein zwölf Kilometer weit zu werfen. Es soll in der Gegend traumhafte Strände geben, was in meinen Augen nicht die schlechteste Voraussetzung für einen erholsamen Urlaub ist.

Von Berlin nach Santa Teresa Gallura. Ein Katzensprung von 1.600 Kilometern. Oder von 300 Stunden Fußweg.

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Sowohl die Frau als auch ich waren zwar schon häufiger in Italien, aber noch nie zusammen. Es ist ja wichtig, dass man auch nach 20 Jahren seine Partnerschaft nicht durch die immer gleichen Routinen veröden lässt, sondern immer wieder Neues wagt und damit das Feuer der Leidenschaft in der Beziehung am Lodern hält. Da wir beide zu prüde sind, um in einen Swinger-Club zu gehen, fliegen wir halt erstmals nach Sardinien. Das muss als Neues ausreichen. Zu viel Leidenschaft ist ab einem bestimmten Alter ja auch gar nicht so gesund. Weiterlesen →

Das gute Buch: „Man bekommt ja so viel zurück“ von Marlene Hellene (mit Verlosung)

Wer regelmäßig die Familien-Tweets der Woche hier auf dem Blog liest, dem wird die Twitterin Marlene Hellene ein Begriff sein. Woche für Woche haut sie mehr Top-Tweets raus als Donald Trump. Und im Gegensatz zu dem orangehaarigen Pöbel-Präsidenten sind ihre Tweets humorvoll und pointiert.

Ihre mehr als 10.000 Followerinnen und Follower können sich freuen, dass es den Marlene-Helleneschen Humor nun auch in mehr als 140 Zeichen gibt. Anfang Juli erschien im Rowohlt Verlag ihr erstes Buch mit dem hübschen Titel „Man bekommt ja so viel zurück“: Muttersein – ein Liebesdrama in 12 Akten von Schlafmangel bis Kindergeburtstag und ich möchte es für die Leserinnen und Lesern des Familienbetriebs einer kritischen und gewohnt kompetenten Analyse unterziehen. Marlene Hellen: Man bekommt ja so viel zurück Weiterlesen →

Familien-Tweets der Woche (165)

Wie jeden Freitag, die besten Familien-Tweets der Woche. Auch diesmal ist der Auswahlprozess gekennzeichnet durch Intransparenz, Subjektivität und Inkompetenz.

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Gespräche mit dem Tod (12): Der Geburtstag

Es ist Samstagabend kurz vor Mitternacht. Ich stehe in der Küche und räume den Geschirrspüler aus, als es plötzlich an der Wohnungstür klopft. Zu dieser späten Stunde erwarte ich eigentlich keinen Besuch. Und Besuch, der zu so später Stunde kommt, möchte ich eigentlich auch nicht erwarten.

Das Klopfen, das zögerlich begann, wird allmählich energischer. Verärgert öffne ich die Tür. Im Hausflur steht eine hagere Gestalt, die in eine modrige Kutte gehüllt ist und in der rechten Hand eine große Sense hält. Meine Miene hellt sich auf. Es ist mein Freund, der Tod. Er scheint außer Atem zu sein.

„Gerade noch rechtzeitig“, keucht er zur Begrüßung.

„Wieso rechtzeitig?“, frage ich.

Der Tod räuspert sich und fängt an, aus voller Kehle zu singen: „Wie schön, dass du geboren bist, wir hätten dich sonst sehr vermisst.“

Sein Vortrag besticht durch Leidenschaft, aber weniger durch das Treffen der richtigen Töne. Schnell ziehe ich ihn in die Wohnung, bevor sich die Nachbarn wundern, warum der Tod mitten in der Nacht in unserem Haus Geburtstagsständchen zum Besten gibt.

Der Tod.

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